Münchner Immobilienpreise steigen wieder

- München -­ Nachdem die Immobilienpreise in Bayern in den Jahren von 2003 bis 2005 rückläufig waren, ziehen sie jetzt wieder an. "In München steigen die Preise für alle Objekttypen und Wohnwerte bzw. Lagen", sagte Stephan Kippes vom Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands Deutschland (IVD).

Der sich andeutende Wirtschaftsaufschwung und das bessere Konsumklima hätten sich positiv auf die Baugenehmigungszahlen ausgewirkt. Im ersten Halbjahr 2006 wurden laut Herbstmarktbericht des IVD in Bayern 31666 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt, 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei den Baufertigstellungen war 2005 der absolute Tiefpunkt seit über 30 Jahren: Es wurden im vergangenen Jahr in Bayern nur 42032 Wohnungen fertiggestellt.

Hemmend für den Markt seien die hohen Baugrundpreise. Bei einem freistehenden Einfamilienhaus mit gutem Wohnwert in München belaufen sich die Kosten für den Baugrund auf 64 Prozent der Gesamtkosten. Im Schnitt müssen für ein Haus in München 675\x0f000 Euro hingeblättert werden. In Starnberg kostet ein Einfamilienhaus 750000 und in Tutzing 760000 Euro, so die Berechnungen des IVD. In Neuried und Gauting sind es noch 550000 Euro. Tendenziell würden die Preise für Baugrund weiter steigen. Als Reaktion darauf gehen die Grundstücksgrößen runter. Wo früher "Luxusflächen" von 700 Quadratmeter üblich waren, würde heute weniger genommen: 500 Quadratmeter Grund ist eine vernünftige Größe, die zu einem vernünftigen Preis zu haben sei, meinte Kippes.

München und Umland bleiben eine Hochpreisregion. Immobilien kosten hier etwa doppelt so viel wie im Bayerndurchschnitt und ein Mehrfaches wie in Nord- und Ostbayern. Zum Beispiel in Freyung im Bayerischen Wald gibt‘s ein Häuschen schon für 160\x0f000 Euro.

Kippes kritisierte die sogenannte Spekulationssteuer auf Verkäufe. Der Gesetzgeber habe versäumt, etwa die Inflation und Eigenleistungen zu berücksichtigen. "Jemand, der eine Immobilie besitzt und sie nach sieben Jahren verkauft, ist für mich nicht der Prototyp des Spekulanten", meinte Kippes.

Eine Besonderheit Münchens sei die riesige Nachfrage nach Ein-Zimmer-Wohnungen zur Miete. "Dagegen sind Ein-Zimmer-Wohnungen zum Kauf kaum gefragt", erzählte der Immobilienspezialist Paul Schmidmaier. In der Single-Stadt München wäre eine kleine Appartementwohnung eine gute Investition, da sie optimal vermietbar sei. Und je kleiner die Wohnung, desto höher lägen auch die Mieten.

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