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Auf Einladung von Münchner Merkur tz trafen sich Rechtsanwälte aus der Region zum ersten Mal im Hotel „Das Tegernsee“ am Tegernsee, um sich beim Wirtschaftsforum „Wirtschaftskanzleien“ über die Themen auszutauschen, die die Branche bewegen.

Markt

Wirtschaftskanzleien als Partner der Unternehmen

Beim ersten Wirtschaftsforum „Wirtschaftskanzleien“ von Münchner Merkur tz diskutierten Münchner Wirtschaftsanwälte darüber, was die Branche bewegt.

Dazu gehört nicht nur der Markt an sich, sondern auch die Frage nach der richtigen Honorarstruktur und dem Nachwuchs, besonders dem weiblichen. Beim ersten Wirtschaftsforum „Wirtschaftskanzleien“ von Münchner Merkur tz diskutierten Münchner Wirtschaftsanwälte darüber, was die Branche bewegt – und dazu gehört nicht nur der Markt an sich, sondern auch die Frage nach der richtigen Honorarstruktur und dem Nachwuchs, besonders dem weiblichen.

München ist in Deutschland und international ein herausgehobener Wirtschaftsstandort. Dax-Unternehmen sind in der bayerischen Landeshauptstadt und der Region genauso angesiedelt wie erfolgreiche Mittelständler, und besonders der Finanz-, Technologie- und Industriesektor steht im Fokus. Und natürlich brauchen diese Unternehmen, um wirklich dauerhaft erfolgreich zu sein, die richtigen Berater. Dazu gehören traditionell natürlich auch Wirtschaftsanwälte, die ihre Mandanten bei einer Vielzahl wichtiger Fragestellungen beraten: von der Unternehmenstransaktion bis zur Restrukturierung, von der Compliance bis zur Prozessführung, von der Finanzierung bis hin zum Gewerblichen Rechtsschutz.

Und so dreht sich auch die Diskussion beim ersten Wirtschaftsforum „Wirtschaftskanzleien“ um eine Vielzahl von Themen – auch um eher interne Bereiche wie Honorare und Personal. Der Münchner Merkur tz hatte Wirtschaftsanwälte renommierter Kanzleien zur Gesprächsrunde geladen. „Die Wirtschaftskraft des Münchner Standorts führt natürlich zu einer Konzentration von Kanzleien“, sagt Dr. Joseph Fesenmair von Bird & Bird. Die US-amerikanische Großkanzlei hat sich als Full Service-Kanzlei am Ort etabliert. Auch Jones Day hat es aus einem bestimmten Grund nach München gezogen – obwohl die Sozietät normalerweise nur einen Standort pro Land unterhält, wie Friederike Göbbels betont. „München ist Sitz des Europäischen Patentamtes. Deshalb haben wir uns bewusst für München entschieden und unterhalten hier unter anderem eine große Patenrechtspraxis.“

Kollegialer Wettbewerb

Trotz der Vielzahl an Kanzleien weist Christoph Hamm von Heussen auf einen sehr kollegialen Wettbewerb hin, in den jeder sein Angebot einbringe. Das heißt aber natürlich nicht, dass es keine Konkurrenzsituationen gebe, wie Dr. Carsten Böhm von McDermott Will & Emery ausführt – auch an einem wirtschaftlichen Hochleistungsstandort gibt es nichts geschenkt. „Wir müssen uns alle um Mandate bemühen, man bekommt nichts geschenkt.“ Das liegt auch daran, dass der Münchner Markt seit 2006 sehr gut von vielen nationalen und internationalen Kanzleien besetzt sei. Darauf weist auch Dr. Gottfried E. Breuninger (Allen & Overy) hin. „Durch Fusionen sind viele internationale Einheiten nach München gekommen.“ Die Nähe zu den Mandanten sei ein echter Vorteil, betont der Steuerrechts-Experte. „So sind persönliche Besprechungen, etwa bei den Dax-Unternehmen, viel leichter möglich.“

Transparente Preisgestaltung

Natürlich merken laut Dr. Klaus Bader von der englischen Kanzlei Norton Rose Fulbright auch die großen Kanzleien, dass Mandanten zunehmend auf die Kosten schauen. „Die Unternehmen erwarten zu Recht eine faire und transparente Preisgestaltung, die auch die Eingehung von unternehmerischen Risiken beinhalten kann.“ Kanzleien müssten deshalb die Mehrwerte erläutern, sagt Dr. Maximilian Pluta von der auf Sanierung und Restrukturierung sowie Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei Pluta. „Flexibilität steht im Mittelpunkt“.

Dass Geld immer eine Rolle spiele, weiß auch Marco Ferme, Standortleiter bei Beiten Burkhardt. Er sagt aber auch: „Trotz des zunehmenden Preisdrucks ist es uns aufgrund Qualität und gestiegener Expertise gelungen, unsere Stundensätze zu halten und teilweise sogar leicht zu steigern. Mandanten legen viel Wert auf Erfahrung und Spezialisierung.“ Aber eben nicht nur, wie Dr. Lutz Zimmer von Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom weiß. „Mandate in wirklich wichtigen Bereichen werden selten über den Preis verhandelt, zum Beispiel dann, wenn Vorstände, Aufsichtsräte oder Gesellschafter persönlich involviert sind.“

Apropos Exzellenz: Diese ist für alle Kanzleien auch in der Zukunft das zentrale Asset bei der hochwertigen Arbeit für ihre Mandanten. Und deshalb muss auch der Nachwuchs höchsten Anforderungen standhalten. „Die sogenannte Generation Y stellt uns vor neue Herausforderungen. Sie legen Wert auf Work-Life-Balance, dem müssen wir entgegen kommen, wollen wir den besten Nachwuchs gewinnen. Ein Stichwort sind Teilzeitmodelle“, sagt Marco Ferme und sein Kollegen Dr. Maximilian Elspas fügt hinzu: „Gleichwohl fordern und fördern wir mehr Drive und Flexibilität und müssen lernen, schneller umzudenken. Dazu gehört auch, Frauen in Führungspositionen zu binden und ihnen einen flexiblen Arbeitseinsatz zu ermöglichen.“ Auch Joseph Fesenmair sagt, dass Frauen in anderen Jurisdiktionen viel stärker in Führungspositionen vertreten seien, und Friederike Göbbels fordert einen neuen Umgang mit dieser Fragestellung – gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.

Nachwuchs bestmöglich einbinden

„Um den Nachwuchs bestmöglich zu binden, müssen auch die internen Prozesse hinsichtlich der neuen Anforderungen stimmen. Dafür müssen wir alle unseren Hausaufgaben machen und die Internationalität in Ausbildung und Arbeit weiter nach vorne stellen“, sagt Gottfried E. Breuninger. Dass die Ausbildung ein wichtiger Aspekt sei, weiß auch Carsten Böhm. „Eine gute Ausbildung, die früh in Verantwortung führt, kann die Entscheidung für eine Kanzlei bestimmen.“

Von Patrick Peters

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