Münchner Privataktionär will TUI-Chef das Vertrauen entziehen lassen

Hannover - TUI-Chef Michael Frenzel steht auch nach seinem jüngsten Strategieschwenk zur Abspaltung der Schifffahrtstochter Hapag Lloyd und Konzentration aufs Reisegeschäft weiter in der Kritik der Anleger. Privataktionär Richard Mayer aus München will ihm auf der Hauptversammlung des Unternehmens im Mai das Vertrauen entziehen lassen. Das geht aus der Einladung zum Aktionärstreffen hervor.

Die Bekanntmachung des Tagesordnungspunktes sei auf Verlangen des Anlegers erfolgt, teilte die TUI am Donnerstag in Hannover mit. Ein Konzernsprecher sagte dazu: "Im Gegensatz zu Herrn Mayer sehen Vorstand und Aufsichtsrat in der unternehmerischen Führung der Gesellschaft, namentlich auch deren strategischer Neuausrichtung, durch Herrn Dr. Frenzel keinen Grund für einen Vertrauensentzug."

Eine detaillierte Begründung für den Antrag geht aus der Einladung nicht hervor. Der Anleger hatte bereits mehrfach Verfahren gegen Aktiengesellschaften angestrengt. Er war unter anderem auf der Hauptversammlung von Daimler-Chrysler 2006 aufgefallen, wo er Sonderprüfungen der Verlustmarken smart und Maybach gefordert hatte.

Die Hauptversammlung kann zwar eine Entlastung des Vorstands verweigern, aber nicht dem Vorstandsvorsitzenden aktiv das Vertrauen entziehen. Allerdings müsste sich der Aufsichtsrat mit dem Thema befassen, wenn die Hauptversammlung den Antrag Mayers annehmen würde.

Frenzel war bei den Hauptversammlungen der vergangenen Jahre häufig massiv kritisiert worden, weil der Aktienkurs des Unternehmens sich nur schwach entwickelt hat. Investoren warfen ihm vor, Werte vernichtet zu haben und forderten eine Aufspaltung des Konzerns in die beiden Sparten Schifffahrt und Tourismus. Dem ist Frenzel jetzt nachgekommen. Erst in der vorigen Woche verabschiedete er sich auf Druck der Anleger von seiner bisherigen Zwei-Säulen-Strategie und stimmte einer Trennung der beiden Sparten zu. Ein Rücktritt sei im Aufsichtsrat aber nicht von ihm gefordert worden und er habe ihn auch nie angeboten, sagte Frenzel bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag vergangener Woche.

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