+
Die Preise im Rückversicherungsgeschäft sind seit 2013 im Sinkflug. Foto: Sven Hoppe/Archiv

Munich Re erwartet kein schnelles Ende des Preiskampfs

Monte Carlo (dpa) - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re rechnet im jahrelangen Preiskampf in der Branche mit keinem baldigen Umschwung.

Bei den Vertragsverhandlungen mit Erstversicherern wie Allianz oder Axa im Schaden- und Unfallgeschäft für den kommenden Jahreswechsel sei das Marktumfeld "unverändert herausfordernd", teilte der Dax-Konzern mit. Die dicken Kapitalpolster der Rückversicherer, die anhaltenden Niedrigzinsen und der Zustrom branchenfremder Investoren prägten den Wettbewerb.

Immerhin habe sich der Preisverfall im Standardgeschäft in den kleineren Verhandlungsrunden seit Jahresbeginn abgeschwächt, hieß es. Die Munich Re versucht wie andere Unternehmen der Branche mit dem Verzicht auf unrentable Verträge und der Suche nach neuen Geschäftsfeldern gegenzusteuern. So wollen die Münchner das Geschäft mit der Cyberversicherung gegen Hackerattacken und Datenlecks ausbauen. Bis Ende 2020 dürfte das weltweite Cyber-Prämienvolumen von heute 3 Milliarden auf dann 8 bis 10 Milliarden US-Dollar wachsen, schätzt der Vorstand.

Die Preise im Rückversicherungsgeschäft sind seit 2013 im Sinkflug. Weil ganz schwere Katastrophen seit Jahren ausbleiben, können Erstversicherer und Großkunden in den Verhandlungen immer niedrigere Prämien durchsetzen. Zudem sitzen die Rückversicherer auch dank vergleichsweise geringer Schäden auf dicken Kapitalpolstern. Damit wächst die Kapazität und damit das Angebot an Rückversicherungsschutz.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Thyssenkrupp-Stahlfusion bleibt umstritten
Die Pläne für eine Thyssenkrupp-Stahlfusion sorgen weiter für Zündstoff. Vor allem in der Belegschaft herrscht große Verunsicherung. Betriebsrat und IG Metall lehnen das …
Thyssenkrupp-Stahlfusion bleibt umstritten
WTO hebt Prognose für Wachstum des Welthandels deutlich an
Genf (dpa) - Der Welthandel wächst in diesem Jahr nach einer neuen Prognose der Welthandelsorganisation (WTO) fast dreimal so stark wie 2016 und deutlich stärker als …
WTO hebt Prognose für Wachstum des Welthandels deutlich an
Studie: Fehlendes Bauland treibt Grundstückspreise
Bonn (dpa) - Fehlende Grundstücke und fehlendes Baurecht sind nach einer neuen Studie des Bundes die entscheidende Hürde für bezahlbare neue Wohnungen in Deutschlands …
Studie: Fehlendes Bauland treibt Grundstückspreise
Große Nachfrage nach privatem Fernzug Locomore
Baden-Baden (dpa) - Der Neustart des privaten Zugunternehmens Locomore zwischen Berlin und Stuttgart scheint erfolgreich angelaufen zu sein.
Große Nachfrage nach privatem Fernzug Locomore

Kommentare