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Versichert weltweit andere Versicherungen: Munich Re. Foto: Tobias Hase

Gewinnziel steht

Flut in Kolumbien schadet Munich Re

Das Versicherungsgeschäft ist chronisch wetterabhängig, vor allem Stürme und Fluten kosten immense Summen. Der Munich Re macht zudem seit Jahren ein Preiskampf zu schaffen. Doch es soll aufwärts gehen.

München (dpa) - Nach jahrelang sinkenden Gewinnen sieht sich der weltgrößte Rückversicherer Munich Re auf dem Weg zu einer Trendwende.

Vorstandschef Joachim Wenning rechnet damit, dass das Unternehmen in diesem Jahr "eher in der oberen Hälfte" des Gewinnziels von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro landet - vorausgesetzt, dass nicht wieder unverhofft hohe Naturkatastrophen-Schäden oder sonstige Unglücksfälle die Bilanz verhageln. Das sagte Wenning am Mittwoch bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen in München.

Allerdings gab es schon in der ersten Jahreshälfte einen unerwartet teuren Schaden. Kolumbiens größter Staudamm Hidroituango wurde im Mai und Juni noch vor der Fertigstellung durch Hochwasser schwer beschädigt. Das allein kostete einen dreistelligen Millionenbetrag.

Rückversicherungen dienen Erstversicherungen wie etwa der Allianz oder der italienischen Generali-Gruppe als deren Versicherung. Da die Munich Re rund um den Globus aktiv ist, treffen dementsprechend auch Naturkatastrophen auf der ganzen Welt die Münchner.

Traditionell birgt die zweite Jahreshälfte die größeren Risiken - wegen der Hurrikan-Saison in der Karibik und in Florida. 2017 war der Gewinn wegen einer Serie dreier verheerender Wirbelstürme auf 375 Millionen Euro eingebrochen. In diesem Jahr gehen Meteorologen von einer "mittleren Frequenz" der Hurrikans aus, wie Wenning berichtete.

Die Dürre in Deutschland sowie in Teilen West- und Mitteleuropas aber wird den Konzern nicht belasten. Denn anders als in den USA sind europäische Bauern "üblicherweise nicht gegen Dürreschäden versichert", wie Finanzvorstand Jörg Schneider erklärte.

Im ersten Halbjahr lag der Nettogewinn der Munich Re bei knapp 1,6 Milliarden Euro, ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Hauptsächlich wegen der kolumbianischen Flut schlugen Großschäden aber mit 605 Millionen Euro ins Kontor, fast zweieinhalb Mal so viel wie im ersten Halbjahr 2017.

Das zweite, kleinere Standbein des Konzerns ist die Ergo-Versicherung. Dort geht es nach jahrelanger Krise wieder aufwärts, im ersten Halbjahr lag der Gewinn der Düsseldorfer Tochtergesellschaft bei 185 Millionen Euro.

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