+
Munich Re leidet seit Jahren unter dem Preiskampf in der Rückversicherungsbranche. Foto: Sven Hoppe

"Auf einem sehr guten Weg"

Geringere Katastrophenschäden helfen Munich Re

Das Ergebnis des weltgrößten Rückversicherers hängt seit jeher teils von Ausgaben für Naturkatastrophen wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen ab. Im zweiten Quartal fielen die Kosten dafür kräftig. Auch bei einem Sorgenkind läuft es besser.

München - Geringe Katastrophenschäden und eine Steuergutschrift haben beim Rückversicherer Munich Re einen Gewinneinbruch abgemildert.

Unter dem Strich stand im zweiten Quartal mit 729 Millionen Euro dennoch ein Viertel weniger Profit als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Analysten hatten aber mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet, nachdem der Verkauf von Tafelsilber das Ergebnis 2016 nach oben getrieben hatte.

Vorstandschef Joachim Wenning sieht den Rückversicherer "auf einem sehr guten Weg", 2017 wie geplant einen Gewinn von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro zu erreichen. Analysten gingen zuletzt von knapp 2,4 Milliarden aus. Selbst das wäre der vierte Gewinnrückgang in Folge.

Dass es im zweiten Quartal relativ gut lief, verdankte Munich Re geringen Schäden aus Naturkatastrophen. Hauptgeschäft des Unternehmens ist das Versichern anderer Versicherungen.

Gibt es große Erdbeben oder Wirbelstürme, müssen die dortigen Versicherer zahlen. Ein Teil der Schäden landet dann häufig in München, weil sich weltweit sehr viele Versicherungen bei Munich Re absichern.

Mit 66 Millionen Euro lag die Belastung nun nur ein Fünftel so hoch wie ein Jahr zuvor. Am teuersten war mit 25 Millionen Euro ein Gewittersturm, der im Mai in den USA gewütet hatte. Von Menschen gemachte Katastrophen waren mit 187 Millionen Euro etwas billiger als im Vorjahr - trotz des Brands im Londoner Grenfell-Tower.

Munich Re leidet indes seit Jahren unter dem Preiskampf in der Rückversicherungsbranche. Bei der jüngsten Vertragserneuerung sanken die Preise im Schaden- und Unfallgeschäft erneut. Die Niedrigzinsen verhindern zudem, dass Munich Re geringe Prämieneinnahmen im großen Stil mit Kapitalerträgen aufbesser kann. Nachdem der Konzern sein Ergebnis im Vorjahresquartal mit dem Verkauf von Anleihen gesteigert hatte, fiel das Kapitalanlageergebnis nun um fast ein Drittel.

Geduld braucht die Munich Re beim Sorgenkind Ergo. Die Erstversicherungstochter aus Düsseldorf steckt in einer umfassenden Sanierung. Im zweiten Quartal kehrte Ergo dank einer Steuergutschrift mit 104 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück.

2017 soll Ergo statt der bisher geplanten 150 bis 200 Millionen Euro jetzt 200 bis 250 Millionen Euro Gewinn einfahren. Indes musste Munich Re die Erwartungen an die Lebens- und Kranken-Rückversicherung gleichermaßen zusammenstreichen, so dass die Gewinnaussichten für den Konzern insgesamt unverändert bleiben.

Mitteilung Munich Re

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Samsung stellt neues Modell vor: Das kann das Galaxy S9
Auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona hat Samsung das Galaxy S9 und S9+ vorgestellt. Mit dem neuen Smartphone können unter anderem persönliche Emojis erstellt werden.
Samsung stellt neues Modell vor: Das kann das Galaxy S9
Daimler-Großaktionär Geely: langfristiger Plan
Der chinesische Milliardär Li Shufu ist Eigentümer von knapp einem Zehntel der Daimler-Aktien. Was hat der schillernde Unternehmer damit vor? Er verspricht: Die …
Daimler-Großaktionär Geely: langfristiger Plan
Warren Buffett will viel Geld ausgeben
Omaha (dpa) - US-Staranleger Warren Buffett brennt auf große Firmenzukäufe. "Eine oder mehrere gewaltige Akquisitionen" seien nötig, um die Gewinne seiner …
Warren Buffett will viel Geld ausgeben
Erste Lebensversicherer ändern Kunden-Infos
Unvollständige oder unverständliche Angaben über den Wert einer Lebensversicherungen sollen von Sommer an der Vergangenheit angehören. Einige Assekuranzen setzen jetzt …
Erste Lebensversicherer ändern Kunden-Infos

Kommentare