Signalstörung: Verzögerungen und Zugausfälle auf der Stammstrecke

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Maßgeblich für die Boni sollen nun ausschließlich die Erreichung der Gewinnziele des Vorstands und die Entwicklung der Munich-Re-Aktie im Vergleich zur Konkurrenz sein. Foto: Lino Mirgeler

Eventuell auf null

Munich Re will Boni für Vorstand einschränken

Boni waren einst dazu gedacht, Spitzenmanager zu Spitzenleistungen zu motivieren - und machten bei Deutschlands Dax-Konzernen einen immer höheren Anteil der Vorstandsgehälter aus. Doch nun läuft der Trend in die andere Richtung.

München (dpa) - Auf Druck der Aktionäre will der weltgrößte Rückversicherer Munich Re die Boni für seine Chefetage einschränken.

Ab diesem Jahr soll die "variable Vergütung" für den Vorstand fünfzig statt wie bisher siebzig Prozent der Bezüge ausmachen, wie Aufsichtsratschef Bernd Pischetsrieder auf der Hauptversammlung in München erklärte.

Maßgeblich für die Boni sollen nun ausschließlich die Erreichung der Gewinnziele des Vorstands und die Entwicklung der Munich-Re-Aktie im Vergleich zur Konkurrenz sein. 

"Die variable Vergütung wird künftig sehr viel volatiler sein als heute", sagte Pischetsrieder. Demnach ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Boni in schlechten Geschäftsjahren auf null sinken. Die Erhöhung des fixen Anteils soll verhindern, dass der Vorstand überhöhte Risiken eingeht, um sich hohe Boni zu sichern. 

Großanleger hatten bei dem Aktionärstreffen vor einem Jahr kritisiert, dass die Kriterien für die Vergütung des Vorstands schwer durchschaubar seien. 2017 verdienten die Spitzenmanager des Unternehmens zusammen 19,8 Millionen Euro - 3,3 Millionen Euro weniger als im Jahr davor. Ursache war eine Serie schwerer Naturkatastrophen, die den Gewinn auf ein Fünftel der ursprünglich erhofften 2 bis 2,4 Milliarden Euro schrumpfen ließ.

Mehrere Vorstände verdienten je über eine halbe Million Euro weniger als im Vorjahr. Von Verarmung ist im Munich-Re-Spitzengremium bei weiter siebenstelligen Einkommen allerdings niemand bedroht.   

Die Gewinne des Münchner Traditionsunternehmens sinken schon seit Jahren. Vorstandschef Joachim Wenning erklärte vor den Aktionären daher die "Ertragskraftsteigerung" zur ersten Priorität. Bis 2020 soll wieder ein Gewinn von etwa 2,8 Milliarden Euro erreicht werden.

"Wir werden unsere Bereitschaft, Risiken einzugehen, gezielt erhöhen", sagte Wenning. In diesem Jahr sind 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro angepeilt. Das erste Quartal lief wegen ausgebliebener Naturkatastrophen mit einem erwarteten Gewinn von 800 Millionen Euro besser als erwartet.

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