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Rupert Murdoch gerät immer mehr unter Druck.

Auch Murdochs TV-Konzern unter Druck

London - Der Skandal um abgehörte Telefone weitet sich beim Murdoch-Konzern immer weiter aus: Jetzt gerät auch sein britischer Fernsehkonzern BSkyB unter Druck.

Die britische Medienaufsicht Ofcom hat einem Bericht der „Financial Times“ zufolge eine Untersuchung zum Fernsehkonzern BSkyB intensiviert. Ein Ofcom-Sprecher bestätigte den Bericht am Freitag.

Murdochs US-Konzern News Corporation hält 39 Prozent an BSkyB, das mehrere Bezahlsender in Großbritannien, den Nachrichtensender Sky News sowie Telekommunikationsgeschäfte betreibt und damit Milliardengewinne einfährt.

Die Aufsichtsbehörde Ofcom untersucht, ob BSkyB trotz des Skandals um die britischen Murdoch-Zeitungen weiterhin die Bedingungen erfüllt, eine TV-Lizenz zu halten. Den britischen Mediengesetzen zufolge müssen sowohl die Mitglieder des Verwaltungsrats als auch die wesentlichen Aktionäre bestimmte Anforderungen an ihre Zuverlässigkeit erfüllen - und diese Zuverlässigkeit steht laut Ofcom infrage. Es gehe bei dieser Prüfung ausdrücklich nicht um die journalistischen Methoden der BSkyB-Sender.

Rupert Murdoch: Sein Imperium News Corporation

Rupert Murdoch: Sein Imperium News Corporation

Verwaltungsratschef von BSkyB ist James Murdoch, der 39 Jahre alte Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch (80). Die Zeitung mutmaßte, dass die neue Untersuchung Murdoch zwingen könnte, seinen Anteil an BSkyB auf ein geringeres Maß zu reduzieren. Vor dem Skandal wollte Murdoch seinen Anteil sogar auf 100 Prozent erhöhen.

Eine weitere Möglichkeit wäre laut „Financial Times“, dass sich James Murdoch von der BSkyB-Spitze zurückzieht. Der 39-Jährige hatte vor kurzem erst seinen Rückzug als Verwaltungsratschef der britischen Verlagssparte News International bekanntgegeben und erklärt, er wolle sich künftig von New York aus verstärkt um das Pay-TV-Geschäft der News Corporation kümmern. James Murdoch wird vorgeworfen, früh von den illegalen Abhörmethoden bei der Skandalzeitung „News of the World“ gewusst zu haben. Er selbst bestreitet das.

Die Medienaufsicht hatte bereits im vergangenen Sommer ihre Nachforschungen bei BSkyB begonnen. Seit Januar seien die Untersuchungen deutlich intensiviert worden, schreibt die „Financial Times“. Unter anderem würden auch Ergebnisse aus einem richterlichen Untersuchungsausschuss einfließen, der sich mit der journalistischen Praxis bei den Murdoch-Medien befasst. In dem Ausschuss war etwa die systematische Bestechung von Polizisten durch Reporter der „Sun“ bekanntgeworden.

dpa

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