Musik aus dem Internet: Branche will profitieren

- München - Dass Musik aus dem Internet heruntergeladen wird, lässt sich nicht verhindern. Das hat auch die Phonographische Industrie eingesehen und will jetzt unter dem Druck einbrechender Umsätze das Geschäft selber machen. "Wir tun alles, damit sich hier ein neuer Markt öffnet", sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, Peter Zombik zum Aufbau einer eigenen Internet-Verkaufsplattform. Das Geschäft könnte im Herbst anlaufen, wenn die Plattform mit einigen hunderttausend Titeln aufgebaut ist.

<P>Die Preise könnten für ein Musikstück bei einem Euro beginnen, neue Titel und solche von Superstars wie Robbie Williams - der im Übrigen seine Fans dazu aufforderte, seine Titel aus dem Internet zu laden - dürften aber mehr kosten. Der Kampf der Industrie ist ein Kampf mit einer vielköpfigen Schlange. Hat die Industrie einen Kopf heruntergeschlagen, erhebt sich binnen kurzem ein neuer.<BR>Einen Schwertstreich gegen das illegale Kopieren hat die Branche gerade mit Hilfe des Gesetzgebers geführt. Wer künftig für das eigene Auto oder für einen Freund kopiert, kann dies nur noch ungestraft tun, wenn die Quelle "nicht offensichtlich rechtswidrig" ist. Auf diesen Kompromiss hat sich der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat geeinigt und es spricht alles dafür, dass es so Gesetz wird.<BR><BR>Der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt, lobt schon im Vorfeld. Das Gesetz biete Urhebern und Verwertern bessere Möglichkeiten zum Schutz ihrer Werke. <BR><BR>2002 gab es mit 259 Millionen mehr schwarzgebrannte CDs als 165 Millionen verkaufte CD-Alben, so die Zahlen der Phonoverbände. Die Steigerung des Schwarzbrenngeschäftes betrug stolze 42 Prozent, während gleichzeitig der Absatz der offiziellen Tonträger um 7,6 Prozent sank. "Musik wird heute mehr gehört denn je - nur bezahlt wird dafür seltener", klagt Gebhardt. Der branchenweite Tonträgerumsatz sank 2002 um 11,3 Prozent auf 1,970 Milliarden Euro. Da die Münchner Bertelsmann Music Group (BMG) im Gegensatz zur Branche die Umsätze halten und den Marktanteil von 16 auf 25 Prozent steigern konnte, fielen die Rückgänge bei anderes Labels stärker als der Durchschnitt. Im laufenden Jahr fallen die Branchenumsätze den ersten Zahlen zufolge weiter. <BR><BR>Die Phono-Branche beginnt, sich gegen die rückläufigen Umsätze zu stemmen. Da die CD technisch ausgereizt ist, wird die DVD propagiert. "DVD-Audio bietet ein anderes Raumgefühl", wirbt der deutsche BMG-Vizepräsident André´ Finkenwirth. 2002 stieg der Absatz von DVDs von 1,3 auf drei Millionen Stück und die DVDs sind damit zum expansivsten Marktsegment geworden. <BR><BR>Mehrschichtige Verkaufsstrategien, wie solche in Verbindung mit der TV-Serie "Deutschland sucht den Superstar" sollen "Musik wieder an die Spitze der Prioritätenliste bei den Freizeitangeboten" hieven, wie der BMG-Deutschland Präsident Thomas Stein es formuliert. "Wir müssen radikal und unorthodox denken, damit der Musikmarkt sich selbst aus dem konjunkturellen Tief befreien kann." <BR></P><P> </P><P> </P>

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