Musik aus dem Netz: Wenig Gutes zu hören

- München - Es fing schon schlecht an. Keine 24 Stunden nach dem Startschuss auf der Cebit krachte die Internet-Musikplattform www.eventim-music.de zusammen. Am Morgen des 19. März war die Seite zwei Stunden lang nicht zu erreichen. "Wartungsarbeiten", begründeten das der Betreiber CTS Eventim und sein Technikpartner Telekom - Experten wunderten sich freilich, was es schon am ersten Tag zu warten gibt.

<P>Zwei Monate nach dem Absturz ist der Online-Shop, bei dem es Musikstücke für 99 Cent zu kaufen gibt, noch immer nicht in die Gänge gekommen. Zwar läuft das System einigermaßen stabil (siehe Kasten), die Kundschaft jedoch lässt auf sich warten. Zwar besuchen täglich 10 000 Menschen das Angebot und laden rund 1500 Songs herunter, aber das reicht nicht. "Pro Download zahlen wir momentan noch 25 Cent darauf", räumt Klaus-Peter Schulenberg, Chef von CTS Eventim ein. Und eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht: "Die Zahlen stagnieren."<BR><BR>Den anderen Anbietern, die Musik über das Internet vertreiben, ergeht es bislang kaum besser. Bei Karstadt.de etwa mag man zwar keine Besucher- oder Verkaufszahlen nennen, ein Sprecher deutet aber an, dass sie in etwa auf dem Niveau von Eventim liegen. Das gleiche gilt für Media-Markt.de. "Es sind nicht wesentlich mehr", bestätigt Bernd Taubenberger von Media-Markt auf Nachfrage. Etwas erfolgreicher ist man bei Musicload.de, dem Angebot von T-Online. Durchschnittlich 1650 Songs pro Tag haben die Nutzer im ersten Quartal der Jahres gekauft, vermeldet die Telekom-Tochter. "Wir sind zufrieden", heißt es, "aber noch nicht profitabel".<BR><BR>Die Gründe, warum der kostenpflichtige Internet-Vertrieb von Musik in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, sind vielseitig:</P>Wegen Problemen mit den Lizenzen dürfen die Anbieter Werke vieler Interpreten nicht anbieten. Bei Eventim-music.de gibt es beispielsweise keine Stücke der Rolling Stones, der Beatles oder von Robbie Williams.Die kostenpflichtige Musik bezieht man nicht als gängige MP3-Datei sondern in einem besonders geschützten Format. Der Nachteil: Je nach Anbieter können sie nur wenige Male kopiert und auf CD gebrannt werden.Zum Abspielen der Lieder ist teilweise eine eigene Software nötig, die nur auf Windows-Rechnern läuft. Linux- oder Macintosh-Besitzer bleiben außen vor.Die Lieder eines kompletten Albums kosten zusammen zwischen zehn und 17 Euro. Für eine CD inklusive Hülle und Booklett wird auch nicht mehr verlangt.<P>Trotz dieser Hemmnisse ist Klaus-Peter Schulenberg von CTS Eventim zuversichtlich: "Ich glaube, dass unser Angebot sehr erfolgreich sein wird." Er verweist auf die Internet-Plattform "I-Tunes" des amerikanischen Computerherstellers Apple. Über dieses Angebot, das bislang nur in den USA zu nutzen ist, werden monatlich rund 3 Millionen Songs á 99 Cent verkauft.<BR><BR>www.eventim-music.de<BR>www.karstadt.de<BR>www.media-markt.de<BR>www.musicload.de<BR></P>

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