Musik-Fusion wird nochmal geprüft

- Brüssel/Gütersloh - Der zweitgrößte Musikkonzern der Welt, Sony BMG, steht vor einer ungewissen Zukunft. Europäische Richter hoben überraschend die 2004 von der EU-Kommission erteilte Genehmigung zur Fusion der Musiksparten von Sony und Bertelsmann auf. Die Kommission habe den Verdacht einer marktbeherrschenden Stellung des neuen Musikriesen nicht ausreichend geprüft, rügten die Richter.

Es ist das erste Mal, dass das EU-Gericht erster Instanz die Genehmigung einer Übernahme durch die EU-Kommission aufhebt. Die Fusion müsse nun erneut von der Kommission geprüft werden, basierend auf der gegenwärtigen Marktsituation, sagte EU-Sprecher Jonathan Todd. Bertelsmann und Sony betonten in ersten Stellungnahmen, die Entscheidung stelle keine Gefährdung für den Musikriesen dar. "Das heutige Urteil hat keine Auswirkungen auf den Bestand des Joint Ventures Sony BMG", sagte ein Bertelsmann-Sprecher. Man werde nun die Entscheidung sorgfältig prüfen und mit der Europäischen Kommission die nächsten Schritte beraten.

Mit seiner Entscheidung gab das EU-Gericht einer Klage des Verbandes unabhängiger Musikunternehmen Impala statt. Dem Musikverband gehören rund 2500 unabhängige Musikproduzenten an, die durch die Fusion ihre Marktchancen gefährdet sahen. EU-Sprecher Todd betonte nach dem Urteil, Sony und BMG müssten nun innerhalb von sieben Tagen einen neuen Antrag auf Genehmigung der Fusion stellen. "Es ist klar, dass wir den Zusammenschluss noch einmal prüfen müssen."

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