Bio muss nicht teuer sein: Wer clever einkauft, spart

- Ob in Schulen und Kindergärten oder auf dem Oktoberfest ­ an immer mehr Orten werden Bio-Lebensmittel gefordert. Allein in Bayern wurden 2005 rund 700 Millionen Euro für Bio-Lebensmittel ausgegeben ­ und der Markt wächst rasant. Das liegt auch daran, dass die hochwertig produzierten Waren mitunter nicht mehr teurer sind als herkömmliche Markenprodukte. Wir erklären, was Sie über Bio-Lebensmittel wissen sollten.

Der Unterschied

Bio-Bauern verwenden grundsätzlich keine chemisch-synthetischen Dünge- oder Pflanzenschutzmittel. "Dadurch sind die Produkte weniger mit Pestiziden belastet. Und die Pflanzen enthalten weniger Nitrat", erklärt Gabriela Tremp von der Verbraucherzentrale Bayern.

Zudem werden Tiere artgerecht gehalten. Es ist zum Beispiel nur eine begrenzte Zahl von Tieren auf einer bestimmten Fläche erlaubt, gesunden Tieren dürfen grundsätzlich keine Medikamente verabreicht werden und das Futter muss artgerecht sein. Das heißt auch: Gentechnisch veränderte Produkte kommen nicht in den Trog.

"Außerdem sind bei verarbeiteten Bio- oder Öko-Produkten weit weniger Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe erlaubt als bei herkömmlichen Produkten", erklärt Tremp.

Neben der Frage nach dem unmittelbaren Nutzen für den Verbraucher stellt sich die nach dem Gewinn für die Allgemeinheit: "Hier kann man sagen, dass Bio-Bauern Wert auf eine besonders umwelt- und ressourcenschonende Landwirtschaft legen", sagt Verbraucherschützerin Tremp.

Der Preis

Durch die aufwändigere Produktion sind die Erträge auf dem Bio-Feld oftmals geringer. Somit kosten Grundnahrungsmittel wie Vollmilch, Brot, Nudeln, Müsli oder Mehl durchschnittlich 15 Prozent mehr als herkömmlich produzierte Lebensmittel, heißt es beim Verbraucherinformationsdienst AID. Für ökologisch erzeugte Lebensmittel insgesamt liegen die Preise demnach im Schnitt rund 50 Prozent über denen der konventionellen. Doch in absoluten Zahlen ist der Unterschied oft gering, hat der AID ausgerechnet: Wenn eine vierköpfige Familie im Jahr 120 Kilogramm Kartoffeln isst, beträgt die Preisdifferenz gegenüber konventionell angebauten Kartoffeln gerade mal zwei Euro pro Monat. Und wer intelligent einkauft, kann den Preisunterschied zumindest teilweise ausgleichen ­ oder sogar günstiger wegkommen als mit herkömmlichen Markenprodukten, wie eine Stichprobe unserer Redaktion bei verschiedenen Bioläden und Supermärkten ergab (siehe Tabelle). So kann zum Beispiel ein Kilo Tomaten mit Bio-Siegel einen Euro günstiger sein als ohne.

Richtig einkaufen

Was für konventionelle Waren gilt, hat für Bio-Lebensmittel noch mehr Bedeutung: Einkaufen nach Saison. Obst und Gemüse sind in ihrer Haupterntezeit preiswerter. Wer im November nicht mehr zu Erdbeeren, sondern etwa zu Äpfeln greift, kann Geld sparen.

Auch Bioläden haben fast immer Sonderangebote. Ein Bio-Brot vom Vortag, das sich über mehrere Tage frisch hält, gibt’s mitunter für die Hälfte zu kaufen. Zudem nehmen auch Supermärkte und Discounter immer mehr Bio-Produkte in ihr Sortiment auf.

Eine Alternative zu Lebensmitteln, die ausdrücklich unter "Bio" firmieren, können auch Produkte sein, die es in Direktverkäufen auf dem Bauernhof, auf dem Wochenmarkt oder in Fachgeschäften wie Metzgereien, Bäckereien und Feinkosthäusern gibt.

Die Sicherheit

Nach Einschätzung von Experten gehören Bio- und Öko-Produkte zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Schon der Begriff "Bio" ist gesetzlich geschützt. Entsprechende Waren tragen in der Regel auch ein Siegel, das die Qualität belegt.

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