Mythos MPU: Was man über den "Idiotentest" wissen sollte

- Um die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) kreisen viele Gerüchte. Kein Wunder, dass viele Autofahrer Angst vor der "Untersuchung zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis" - salopp "Idiotentest" genannt - haben. Oft ist die Furcht jedoch unbegründet, denn mit Vorbereitung ist die MPU meist nicht so schlimm, wie befürchtet.

Fast 105 000 MPUs wurden nach Angaben des Tüv Süd in München im vergangenen Jahr in Deutschland vorgenommen. Damit ging die Zahl gegenüber dem Vorjahr um gut sechs Prozent zurück.

Wer antreten muss

Zur MPU muss jeder, der

- mit mehr als 1,6 Promille oder wiederholt unter Alkoholeinfluss hinterm Steuer erwischt wurde oder

- unter dem Einfluss von Drogen Auto fuhr oder

- im Verkehrszentralregister in Flensburg mehr als 18 Punkte gesammelt hat.

Die Vorbereitung

Bevor Verkehrssünder zur MPU antreten können, müssen sie ihre Sperrfrist abwarten. Doch schon während dieser Zeit ist Engagement gefragt: "Niemand sollte unvorbereitet in die MPU gehen", rät Thomas Wagenpfeil, Verkehrspsychologe beim Tüv Süd. Der Tüv bietet kostenlose Informationsabende zur MPU an. Dort kann man sich über grundlegende Aspekte der MPU informieren (siehe Kasten). Auch Kurse zur intensiven Vorbereitung auf die MPU bietet der Tüv. Diese sind allerdings kostenpflichtig. Auf Angebote, den Führerschein ohne MPU wiederzuerlangen, sollte man nicht eingehen. Hierbei handelt es sich in der Regel um dubiose Anbieter von ausländischen Führerscheinen.

Der Ablauf

Drei verschiedene Untersuchungsteile warten auf die Betroffenen. 

- Zunächst wird in einem computergestützten Test die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit überprüft.

- Im medizinischen Teil der MPU werden Erkrankungen unter die Lupe genommen, die für die Fahreignung relevant sein können. Eventuell werden auch Blut- und Urinproben genommen, um den aktuellen Drogenkonsum zu kontrollieren.

- Den Schwerpunkt bildet die psychologische Untersuchung. Dabei interessieren den Gutachter die persönliche Einstellung zu dem Verkehrsvergehen, die Vorgeschichte sowie eventuelle Verhaltensänderungen seitdem. "Es gibt jedoch keinen Katalog von Fragen, der abgearbeitet wird", beruhigt Wagenpfeil. Es handele sich um ein anlassbezogenes Gespräch, das der Teilnehmer selber mitsteuern kann.

Voraussetzung für ein positives Gutachten ist vor allem, dass der Betroffene sein Verhalten selbstkritisch betrachtet. Erst dann kann davon ausgegangen werden, dass die Wiederholungswahrscheinlichkeit gering ist. Ist der MPU-Teilnehmer auf dem richtigen Weg, eine Fahreignung aber noch nicht hundertprozentig zu erkennen, kann der Gutachter einen Nachschulungskurs anordnen. "Das erspart dem Betroffenen eine wiederholte MPU", erklärt ADAC-Jurist Michael Ludovisy. Nach einem erfolgreich absolvierten Kurs kann dann der Führerschein wieder in den Händen gehalten werden.

Fällt das Gutachten negativ aus, was nach Angaben des Tüv Süd 37 Prozent der Fälle betrifft, sollte der Verkehrssünder wissen: "Der Betroffene ist Auftraggeber des Gutachtens. Er muss es deshalb nicht an die zuständige Behörde weiterleiten", sagt Ludovisy. Die MPU könne man theoretisch so oft wiederholen, bis es klappt.

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