Nach Arbeitsunfall wieder mittendrin

- Er hatte die Hoffnung bereits aufgegeben. Nach einem schweren Arbeitsunfall 1997 zu 50 Prozent schwer behindert, war Manfred Weißgerber für seinen Job als Lkw- und Baumaschinenfahrer nicht mehr geeignet. Lange und ebenso vergeblich bewarb sich der gelernte Bau- und Kunstschlosser um Arbeit, wurde aber immer wieder abgelehnt. "Das hing natürlich mit meiner Behinderung zusammen, aber so offen gesagt hat mir das keiner", erinnert sich der heute 39-Jährige. Im Juni vergangenen Jahres dann entdeckte er eine Stellenanzeige der Inge AG. Das Unternehmen suchte für seine im Aufbau befindliche Serienproduktion Arbeiter. Weißgerber bewarb sich - und wurde prompt eingestellt.

<P>"Ich hatte von dem ganzen Verfahren ja gar keine Ahnung", blickt der Schondorfer zurück. "Gefragt waren eigentlich nur systematisches Arbeiten und handwerkliche Fähigkeiten." Doch Manfred Weißgerber ging mit Enthusiasmus an die Arbeit, brachte neue Vorschläge ein, optimierte die Abläufe. Mittlerweile ist er stellvertretender Produktionsleiter.</P><P>Zusammen mit den anderen 14 Voll- und Teilzeitkräften baut Weißgerber die Membranfilter der Inge AG. Die Module - genannt "dizzer" - gibt es in vier verschiedenen Größen, passend gemacht für den Einsatz im Haushalt oder im Wasserwerk. "Das meiste geschieht hier in Handarbeit", erzählt der 39-Jährige. So müssen die einem Strohhalm ähnlichen Membrane, die nach einem chemischen Vorgang aus der Maschine laufen wie der Faden aus einer Spinne, zu Matten gebündelt, gerollt und in Plastikrohren verstaut werden. Anschließend geht's zur Endmontage. Ein eher unspektakulärer Vorgang, doch auch Manfred Weißgerber sieht in dieser Technologie die Zukunft. "Wasser", sagt er, "ist das Lebensmittel Nummer eins".<BR></P>

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