Nach Bahn und Einzelhandel: Ärzte wären zum Streik bereit

München - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund rüstet sich für harte Tarifverhandlungen mit den kommunalen Kliniken.

Die Lokführer machen's schon, der Einzelhandel hat es vor, und auch die Mediziner können sich vorstellen, zu streiken. Der Marburger Bund werde Ende des Jahres mit "klaren tarifpolitischen Forderungen auf den Markt gehen", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Lutz Hammerschlag am Montag in München.

Der Marburger Bund wolle mit allen Mitteln erreichen, dass die Vergütungen für die rund 55 000 Ärzte an Kliniken in kommunaler Trägerschaft erhöht würden. Wenn ein Streik notwendig werde, stünden die Ärzte bereit, sagte Hammerschlag, der bei der Gewerkschaft für die Tarifpolitik zuständig ist. "Wir haben eine gute Streikkasse." Seit den Ärztestreiks 2006 habe der Marburger Bund rund 30 000 Mitglieder mehr bekommen und erhalte damit auch mehr Beiträge. Für eventuelle Streiks sei die Gewerkschaft finanziell "bestens ausgerüstet".

Als Fernziel strebt der Marburger Bund einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Ärzte aller Trägerschaften an. Auch die "Schweinerei der unterschiedlichen Bezahlung zwischen Ost und West" müsse auf dem schnellsten Wege aufhören, sagte Hammerschlag. Bei den von den Kirchen getragenen Krankenhäusern will der Marburger Bund nach den Worten Hammerschlags "Dumpingpreise" verhindern. An diesem Mittwoch führe die Gewerkschaft dazu in Bonn Gespräche mit dem Katholischen Büro. In den bundesweit 720 kirchlichen Kliniken leiden die Ärzte einer Befragung des Marburger Bundes zufolge unter "zutiefst unchristlichen Arbeitsbedingungen". In Bayern ist jedes siebte Klinikum in kirchlicher oder gemeinnütziger Trägerschaft. (dpa)

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