25 Institute durchgefallen

Nach den Bankentests: Wie reagieren die Börsen?

Frankfurt/Main - Bewusst hatten die Bankaufseher den Sonntag für die Veröffentlichung ihrer Testergebnisse gewählt. Denn sonntags wird an den Börsen nicht gehandelt.

Die großangelegten Bankentests sind über die Bühne - mit einem überwiegend guten Zeugnis für Europas Geldhäuser. Nun wird mit Spannung auf die Öffnung der Finanzmärkte am Montag gewartet: Haben die Ergebnisse die erhoffte Wirkung, bei Investoren Vertrauen in die Kreditwirtschaft zu schaffen?

Am deutschen Aktienmarkt gilt das Interesse vor allem den beiden Branchenschwergewichten, der Commerzbank und der Deutschen Bank. Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank hatte die Tests gemeistert. Sie war wegen ihrer umfangreichen Engagements im schwierigen Markt für Schiffsfinanzierungen kritisch beäugt worden. Die Deutsche Bank bestand den Fitnesscheck locker.

Unter dem Strich hatten die Untersuchungen gezeigt: Die meisten großen Banken sind gewappnet für künftige Krisen. Vor allem bei Geldhäusern in Italien und Griechenland klaffen allerdings noch Kapitallücken, die spätestens in neun Monaten geschlossen werden müssen. Insgesamt 13 Häuser im Euroraum müssen noch knapp zehn Milliarden Euro auftreiben, um fit zu sein für wirtschaftlich schwere Zeiten.

Münchener Hypothekenbank als einzige deutsche Bank durchgefallen

Beim Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) waren 25 der 130 untersuchten Institute im Euroraum zum Stichtag 31. Dezember 2013 durchgefallen, darunter als einzige deutsche Bank die Münchener Hypothekenbank. Diese und elf weitere Geldhäuser haben in diesem Jahr aber schon nachgebessert und ihre Puffer um insgesamt 15 Milliarden Euro gestärkt.

Außerhalb der Eurozone bestanden sämtliche Geldhäuser den Stresstest der Bankenaufsicht EBA. Die geprüften Banken in Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Ungarn und Polen haben aus Sicht der Behörde auch im Fall einer Finanzkrise genug Eigenkapital, teilte die EBA in London mit. Während die EZB nur Banken in Euro-Ländern prüfte, nahm die EBA auch Geldhäuser in Ländern unter die Lupe, in denen mit anderen Währungen gezahlt wird.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüßte den erfolgreichen Abschluss des Stresstests als wichtigen Schritt zur Stärkung der Geldinstitute. Die Untersuchung spiegele den substanziellen Fortschritt wider, der auf dem Weg zu einer Bankenunion erreicht worden sei, erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice am Sonntag.

Das „hohe Maß an Transparenz und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse“ werde es Marktteilnehmern ermöglichen, die Gesundheit der Geldinstitute selbst einzuschätzen, hieß es in der Stellungnahme weiter. „Das sollte helfen, das Vertrauen zu stärken.“ Insgesamt sei die Überprüfung „eine wichtige Grundlage für eine weitere Stärkung der Bankenbilanzen, den Umgang mit schwachen Geldinstituten und die zusätzliche Gewährung von Krediten zur Unterstützung der Erholung“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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