Nach Boykott-Ende: Milchwirtschaft warnt vor zu hohen Erwartungen

München - Nach dem Ende des Milch-Boykotts hat der Verband der privaten Milchwirtschaft die Bauern vor übertriebenen Hoffnungen auf höhere Preise gewarnt.

"Die Erzeuger erwarten jetzt, dass ab sofort 43 Cent je Liter Milch ausgezahlt werden, das ist mit Sicherheit nicht der Fall", sage Verbandsgeschäftsführerin Susanne Nüssel am Freitag in München. Der Markt gebe solche Preise derzeit nicht her.

Einerseits habe bisher nur der Discounter Lidl für Trinkmilch und Butter höhere Verkaufspreise fest zugesagt, erklärte Nüssel. Diese machten aber nur einen geringen Teil aller Milchprodukte im Lebensmitteleinzelhandel aus. Außerdem gingen nur etwa 45 Prozent der deutschen Milch-Produktion in den Lebensmittel-Einzelhandel, der Rest fließe an die Industrie und in den Export.

Für die anderen Produktgruppen müsse jetzt einzeln verhandelt werden. Ein Milchpreis von 43 Cent und mehr, wie ihn die Bauern bei ihren Protesten gefordert hatten, sei aber "nach derzeitiger Marktlage nicht zu realisieren", sagte Nüssel. Zugleich sicherte sie zu, dass die private Milchwirtschaft jede Erhöhung der Verkaufspreise im Handel auch an die Erzeuger weiterreichen werde.

dpa

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