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Die Exporte nach Großbritannien sind eingebrochen.

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Nach Brexit: Briten kaufen weniger aus Bayern

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Bayerns Firmen spüren zunehmend die Brexit-Folgen. Im Januar sind die Exporte aus dem Freistaat nach Großbritannien zum dritten Mal in Folge massiv eingebrochen.

München – Das geht aus Daten hervor, die das Bayerische Landesamt für Statistik gestern in Fürth veröffentlichte. Demnach exportierten bayerische Firmen im Januar 10,6 Prozent weniger nach Großbritannien als noch ein Jahr zuvor. Der Wert der verkauften Waren schrumpfte auf 1,1 Milliarden Euro. Bereits im Dezember und November waren die Exporte nach Großbritannien um 17,8 Prozent beziehungsweise 17,9 Prozent eingebrochen.

„Der Rückgang ist vor allem durch die geringere Kaufkraft in Großbritannien bedingt“, sagte der Chefvolkswirt der BayernLB, Jürgen Michels. Nach dem Brexit-Votum habe das Pfund abgewertet, dadurch hätten sich aus britischer Sicht die Einfuhren verteuert. „In Deutschland sind vor allem Firmen betroffen, die Lebensmittel nach Großbritannien exportieren.“ Die zweite betroffene Branche sei die Automobilindustrie.

Noch im Sommer waren die Briten für Bayern der wichtigste Handelspartner innerhalb der EU – inzwischen musste Großbritannien seinen Spitzenplatz an Österreich abgeben. „Es ist unwahrscheinlich, dass die Briten den Rang wieder zurückgewinnen“, sagte Michels. „Vermutlich werden sie noch weiter abfallen.“ Grund dafür sei die drohende Investitionszurückhaltung der Briten. Sie dürfte vor allem den deutschen Maschinenbau treffen. „Die eigentlichen Auswirkungen kommen erst noch“, warnte Michels. Bereits in diesem Jahr drohe Großbritannien eine Rezession. „Außerdem werden wir eine zweite Welle der Abschwächung des Pfundes sehen, in der Folge werden die Exporte nach Großbritannien noch weiter einbrechen.“

Neben dem Brexit-Votum im Juni hatte vergangenes Jahr die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten für zusätzliche Verunsicherung in den bayerischen Unternehmen gesorgt. Im bayerischen Außenhandel hat der Machtwechsel in den USA bislang aber keine Bremsspuren hinterlassen – im Gegenteil: Auf dem für bayerische Firmen wichtigsten Exportmarkt legten die Ausfuhren zu Jahresbeginn sogar kräftig zu. Die Amerikaner kauften im Januar 28 Prozent mehr an Waren aus dem Freistaat als im Vorjahr. Der Wert der bayerischen US-Exporte kletterte auf 1,7 Milliarden Euro. Damit haben die gesamten Ausfuhren Bayerns trotz des schwächelnden britischen Marktes weiter zugelegt: Um 10,8 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro.

Sebastian Hölzle

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