Nach geplatztem Kauf: Walter Bau gibt bei Züblin nicht auf

- München - Die LBBW und andere Kreditinstitute sind sich nach dem geplatzten Kauf der Baufirma Züblin durch den Wettbewerber Walter Bau in die Haare geraten. Walter will nicht klein beigeben, steht aber erst einmal vor einer ungewissen Zukunft.

Die Augsburger Baufirma Walter Bau ist mit der Komplettübernahme des Stuttgarter Konkurrenten Züblin vorerst gescheitert, plant aber bereits einen zweiten Anlauf. "Das ist nicht vom Tisch, und es wird auch nicht auf die lange Bank geschoben", sagte ein Firmensprecher. Es würden nun neue Optionen zur Züblin-Übernahme geprüft. Zuvor räumten die Augsburger ein, dass der schon besiegelte Zukauf der Züblin-Anteile am Veto eines als Bürgen eingeplanten Kreditinstituts gescheitert war. Verweigert hat sich dem Vernehmen nach die Züblin-Hausbank Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Blockade durch die LBBW sei ein einmaliger Vorgang, hieß es in Bankenkreisen. Kolportiert wird auch eine uneinheitliche Haltung zu Walter Bau im Hause der LBBW. Das sei falsch, betonte ein Sprecher in Stuttgart. Im Vorstand werde der Fall Walter/Züblin einhellig beurteilt.<BR><BR>Darüber hinaus beruft sich die LBBW, die bei allen neuen Gesprächen mit am Tisch sitzt, auf das Bankgeheimnis und will keine weiteren Details nennen. Das Geschehen um die beiden Baufirmen ist industriepolitisch nicht unbedeutend. Die vom Augsburger Ignaz Walter kontrollierte Walter Bau hatte im Oktober angekündigt, ihren 49-prozentigen Anteil an Züblin aufzustocken und die Stuttgarter vollständig zu übernehmen. Zuvor hatte Walter ein Jahr lang vergeblich versucht, die Beteiligung zu verkaufen.<BR><BR>Der Zukauf hätte Walter Bau mit 4,4 Milliarden Euro Bauleistung als Nummer drei der heimischen Branche näher an das Führungsduo Hochtief und Bilfinger Berger herangebracht. Zugleich wäre es ein Beitrag zur Konsolidierung der seit neun Jahren notleidenden Baubranche gewesen. <BR><BR>Dem Vernehmen nach haben auch die Bundesregierung und das Land Bayern den Zusammenschluss befürwortet. Gleiches gilt für die mit Walter verbundenen Banken Bayerische Landesbank, Deutsche, HypoVereins- und Commerzbank, die der LBBW offensichtlich vergeblich ins Gewissen geredet haben. <BR>

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