Nach Gewinneinbruch beginnt bei HVB eine neue Spar-Runde

- München - Das dritte Quartal werde die Entscheidung bringen, hatte Dieter Rampl, Vorstandsvorsitzender der HypoVereinsbank, oft betont. Die Entscheidung darüber, ob Deutschlands zweitgrößte Privatbank heuer so zügig erstarkt wie geplant, ist gefallen: Die Fortschritte seien "nicht so groß, wie wir uns das wünschen", bilanzierte Rampl. Im dritten Quartal ist der Gewinn eingebrochen. Die Pläne für das gesamte Jahr 2004 sind nicht erreichbar. Jetzt soll erneut gespart werden.

<P>Sechs Millionen Euro Gewinn hat die HypoVereinsbank von Juli bis September dieses Jahres kassiert, wie das Münchner Institut mitteilte. Das ist nicht nur weit weniger als im Vorquartal (155 Millionen Euro), sondern auch weniger, als Analysten erwartet hatten, und weniger, als sich die HypoVereinsbank-Chefs selbst zum Ziel gesetzt hatten. Dies sei "kein befriedigendes Ergebnis", sagte Rampl. </P><P>Das Betriebsergebnis der Bank brach sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich deutlich ein - auf 249 Millionen Euro. Dies begründete Rampl mit einer schwierigen Börsenlage und Zurückhaltung der Kunden. Man bewege sich in einem "Umfeld, das stärker herausfordert, als es die meisten von uns zu Beginn des Jahres erwartet hätten". Und das zwingt die HVB dazu, ihre Ziele für 2004 aufzugeben.</P><P>Das Betriebsergebnis hätte im gesamten Jahr auf mindestens 1,4 Milliarden Euro steigen sollen. Nach neun Monaten liegt es bei 898 Millionen Euro und damit zwar etwa auf dem bereinigten Niveau des gesamten Vorjahres, aber zu weit entfernt vom Ziel, um den Abstand im letzten Quartal aufholen zu können. Das ursprünglich angepeilte Betriebsergebnis sei "realistischerweise nicht mehr zu erreichen", sagte Finanzvorstand Wolfgang Sprißler.</P><P>Während das Geschäft in Österreich und Osteuropa erfolgreich läuft, kommt die HVB in Deutschland nicht in Schwung. Bereinigt um Sondereffekte, erreichte die Bank nur ein Betriebsergebnis von elf Millionen Euro im Inland. "Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken", kündigte Rampl an. Und das heißt wieder einmal: sparen.</P><P>"Wir werden im nächsten Jahr die Infrastruktur der HVB auf den Prüfstand stellen und die Kostenbasis verbessern", formulierte Rampl die neue Aufgabe. Und das kann viel heißen. Ob es weiteren Stellenabbau geben werde, ob Bereiche ausgegliedert oder ins Ausland verlagert werden könnten, ließ der Bank-Chef offen. Details sollen Anfang nächsten Jahres bekannt gegeben werden. </P><P>Man habe die Prozesse innerhalb der Bank im Fokus - zum Beispiel das hauseigene Computer-System -, denke aber nicht an einen Rückzug aus der Region oder Einschnitte "an der Kundenfront". In den Vorjahren hatte das Institut über 11 000 Stellen gestrichen und 1,5 Milliarden Euro Kosten eingespart. Trotz des enttäuschenden dritten Quartals will das Institut vorerst an seinem Ziel festhalten, im kommenden Jahr seine Kapitalkosten zu verdienen. Rampl versprach: "Wir werden 2005 eine weitere spürbare Verbesserung unserer Profitabilität erreichen."</P><P>Der Kurs der HypoVereinsbank-Aktie war zunächst um fast 1,5 Prozent auf 15,13 Euro abgerutscht. Nach Bekanntwerden der Sparpläne drehte das Papier ins Plus und notierte zwischenzeitlich mit rund 1,8 Prozent Aufschlag bei 15,63 Euro.</P>

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