Nach 98 Jahren wird Shell ein Unternehmen

- Den Haag - Nach einer fast 100-jährigen Fusionsgeschichte ist der aus einem niederländischen und einem britischen Teil zusammengebaute Ölkonzern Shell jetzt auch an der Börse ein Unternehmen. Die Anteile der Royal Dutch Petroleum Company und der The Shell Transport and Trading Company wurden umgewandelt in unterschiedlich bewertete Aktien der Royal Dutch Shell.

Seit 1907 schon arbeiten die beiden Firmen weltweit gemeinsam unter dem Zeichen der heute gelb-rot gefärbten Muschel. Das hatte Gründervater Marcus Samuel aus London in die Partnerschaft eingebracht. Samuel, der einst wertvolle Muscheln verkaufte, hatte für seine Transport- und Handelsgesellschaft eine florierende Tankerflotte aufgebaut. Die stand in Konkurrenz zur Koninklijke Nederlandsche Petroleum. Im schärferen Wettbewerb beschlossen Briten und Holländer, einen Bund fürs Leben einzugehen. Doch man entschied sich für getrennte Schlafzimmer.Dies ging 97 Jahre lang - mehr oder weniger - gut. Das Ende des Nebeneinanders im vergangenen Jahr kam plötzlich. Anfang 2004 musste der Vorstand eingestehen, dass die Ölreserven des Unternehmens viel zu hoch geschätzt worden waren. Der britische Boss Philip Watts musste seinen Hut nehmen, ebenso wie der für die Ölfelder zuständige niederländische Topmanager Walter van de Vijver. Im Oktober wurde die Fusion bekannt gegeben, die nun auch an den Börsen nachvollzogen wird.Aus steuerlichen Gründen ist das Hauptquartier des in 140 Ländern aktiven Konzerns in Den Haag angesiedelt worden, aus börsentechnischen Gründen ist Shell aber ein Unternehmen nach britischem Recht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Wegen möglicher Gesundheitsrisiken hat ein Lebensmittelhersteller mehrere seiner Produkte zurückgerufen. Wegen überschrittener Grenzwerte können sie Sehstörungen …
Rückruf mehrerer Produkte: Nach Verzehr drohen Gesundheitsgefahren
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
Die Brexit-Verhandlungen verlaufen schleppend, die Unternehmen werden zunehmend nervös. Airbus erhöht nun den Druck auf die britische Regierung.
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Teil-Rückzug
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft
Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. …
EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte in Kraft
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung
Die Opec hat ihr selbst auferlegtes Förderlimit zuletzt nicht voll ausgeschöpft. Das soll sich im kommenden Halbjahr ändern, einige Länder dürfen nun wieder mehr …
Opec-Länder einigen sich auf höhere Ölförderung

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.