Nach Katastrophenjahr hofft der Einzelhandel

- München - Tracht aus bayerischen Qualitätsbetrieben ist beliebt, gerade bei Touristen. Doch wenn immer weniger Menschen in Bayern Ferien machen, die Textilbranche allgemein leidet und unter anderem der Elektroeinzelhandel weniger Umsatz macht, sieht es auch für die bayerische Wirtschaft schlecht aus. 1,4 % Umsatzrückgang bilanzierte der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE) 2003, erstmals rutschte man unter den Bundesdurchschnitt. 2004 soll es wieder aufwärts gehen.

<P>Mit 0,5 % realem Wachstum für Bayern rechnet LBE-Präsident Erich Vorwohlt für das laufende Jahr. "Die ersten drei Monate geben uns im Trend Recht", sagte er bei der Jahrespressekonferenz des LBE in München. Vor allem die Tourismusbranche könne 2004 hoffen. Von einer Trendwende könne aber keine Rede sein. 2003 ging der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland um 1 % zurück, in Bayern noch stärker. </P><P>Die steigenden Arbeitslosenzahlen wirkten sich auf die Kaufkraft aus, die Menschen sparten mehr und konsumierten zaghafter, analysierte Vorwohlt. Umsatzverlierer waren der Elektroeinzelhandel (6 %), Textilien (4 %) sowie Möbel und Hausrat (4,4 %). Mit insgesamt 336 000 Mitarbeitern waren 2003 im bayerischen Einzelhandel 0,2 % weniger Menschen beschäftigt als im Vorjahr, 544 Betriebe mussten Insolvenz anmelden - fast ein Drittel mehr als 2002. <BR><BR>Der Verbandschef übte Kritik an der Geschäftspolitik der Banken und an der Überregulierung. Die geplante Ausbildungsplatzabgabe nannte er "einen Hammer", deutlich sprach sich Vorwohlt gegen eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten aus. Kritik gab es auch für das faktische Ende der Schlussverkäufe durch das "Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb". Der LBE will deshalb Bemühungen unterstützen und auch selbst initiieren, um auf lokaler oder regionaler Ebene weiterhin Sommer- wie Winterschlussverkäufe zu den gewohnten Zeiten zu organisieren. </P><P>Probleme werde es zwar mit Großbetrieben geben, trotzdem wolle man "unverbindliche Terminempfehlungen veröffentlichen", sagte LBE-Hauptgeschäftsführer Günter Gross. Kreativität sei eben gefragt, um auch künftig im Verdrängungswettbewerb eine Chance zu haben. Das gilt auch für die Factory Outlet Center (FOC), die in Bayern derzeit einen schweren Stand haben. Das geplante FOC in Ingolstadt sei erst zu 7 % vermietet, das FOC in Wertheim werde schlechter angenommen als erwartet. "Die Factory Outlet Center sind tot, bevor sie richtig leben", sagte Gross.<BR></P>

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