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"Krasse Lügen"?

Nach TV-Bericht: Zalando-Sprecher attackiert RTL

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München - Der TV-Sender RTL wirft Zalando in einem Beitrag in der Sendung "Extra" verheerende Arbeitsbedingungen vor. Das Online-Versandhaus wehrt sich und attackiert die Kölner TV-Station.

Das Online-Versandhaus Zalando reagiert mit Unverständnis auf einen RTL-Bericht vom Montagabend. In dem kritischen Bericht in der Sendung "Extra" hat Undercover-Reporterin Caro Lobig in drei Monaten angeblich gleich mehrere Missstände in einem Logistikzentrum des Unternehmens aufgedeckt. "Diesen Job macht keiner freiwillig", sagte sie. Sie sprach dabei von großem "psychischen Druck". Nicht nur, dass die Arbeiter ein enormes Laufpensum bewältigen müssten, sie würden zudem von den Teamleitern, aber auch von den eigenen Kollegen bespitzelt werden, um ihre eigenen Aufstiegschancen zu erhöhen.

Als weitere Verstöße gegen das Arbeitsrecht wirft der TV-Sender dem Unternehmen den Verstoß gegen die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers vor. Auch der Kontrollwahn sei ein großes Thema gewesen. Jeder Mitarbeiter werde auf Schritt und Tritt kontrolliert und beim Toilettengang genau auf die Uhr geschaut.

Zalando weist diese Vorwürfe vehement von sich. Unternehmenssprecher Boris Radke wirft dem Sender via Twitter "krasse Lügen" vor. Der "HuffPost" gegenüber räumte Radke zwar ein, dass in der Branche spezielle Arbeitsanforderungen an Mitarbeiter üblich seien. Doch die von RTL kolportierten 27 Kilometer Arbeitsweg, die man als Mitarbeiter teilweise pro Tag zurücklegen müsse, dementierte er mit Nachdruck: "Die Beschäftigten in Erfurt betreiben ja keinen Hochleistungssport."

Auch von einem Kontrollwahn wollte der Sprecher nichts wissen. Die Teamleiter überprüften lediglich Stückzahlen und stellten die erreichte Produktivität in Zusammenhang mit der Zahl der Mitarbeiter, heißt es. Das sei aber in der Wirtschaft "ein gewohnter Vorgang", erläutert Radke.

In einer öffentlichen Stellungnahme des Unternehmens zeigt sich auch Zalando-Geschäftsführer David Schröder erschüttert über den TV-Beitrag. "Aus unserer Sicht entspricht die Darstellung des Berichts in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung an unseren Logistikstandorten", heißt es dort. Eine Mitarbeiterumfrage eines externen Instituts hätte sogar ergeben, dass 88 Prozent der Mitarbeiter Spaß an ihrer Tätigkeit hätten. Zudem beteuert das Versandhaus, von RTL keine Anfrage um eine Stellungnahme erhalten zu haben.

mg

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