Nach Pfingsten sinkt der Spritpreis

New York/München - Leichte Entspannung an Tankstellen: Die Spritpreise haben sich über Pfingsten deutlich von ihren Rekordständen entfernt. Für einen Liter Superbenzin mussten Autofahrer in Deutschland am Montagabend im Schnitt 1,46 Euro je Liter zahlen, wie Sprecher der Mineralölwirtschaft am Dienstag mitteilten. Das waren etwa 4 Cent weniger als noch kurz vor dem Wochenende.

Für Diesel wurden 1,42 Euro fällig, etwa 3 Cent weniger als am Freitag. Auch Rohöl verbilligte sich deutlich und rutschte unter die Marke von 124 Dollar.

Die noch immer hohen Benzinpreise werden nach Ansicht von Experten in den nächsten Monaten die Kaufkraft deutlich schwächen. Besonders Familien mit Kindern bleibe für die täglichen Besorgungen immer weniger Geld zur Verfügung, sagte der Inflationsexperte Hans Wolfgang Brachinger der "Bild"-Zeitung: "Es ist zu befürchten, dass diese Familien in den nächsten Monaten bis zu 20 Prozent ihrer Konsumausgaben für Verkehr aufwenden müssen."

Derzeit seien es noch bis zu maximal 17 Prozent, erklärte der Wissenschaftler. Bei einem Durchschnittshaushalt ohne Kinder liege der Anteil aktuell bei 13,2 Prozent. Auch die jüngsten Lohnerhöhungen werden laut Brachinger die Kaufkraftverluste der Familien nicht ausgleichen: "Unterm Strich bleibt ein dickes Minus."

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat seine Forderung nach einer Reform der Pendlerpauschale unterdessen bekräftigt. Die jetzige Regelung sei ungerecht, weil sie Geringverdiener benachteilige, sagte der SPD-Politiker. Die Spritpreise hatten in Deutschland kurz vor Pfingsten Rekordwerte erreicht. Für den Liter Superbenzin wurden erstmals mehr als 1,50 Euro im Bundesschnitt fällig, für Diesel 1,45 Euro. Als Begründung für den jüngsten Rückgang führte die Mineralölbranche den harten Wettbewerb im deutschen Tankstellenmarkt an.

Nach dem Höhenflug der vergangenen Tage sank auch der Ölpreis wieder deutlich. Im Handel der New Yorker Rohstoffbörse gab die Notierung für US-Leichtöl am Dienstag zeitweise auf 123,94 Dollar je Barrel (159 Liter) nach. Damit hat sich der Ölpreis deutlich von seinem Höchststand bei über 126 Dollar je Fass entfernt.

Händler begründeten den Rückgang beim Öl mit einer überfälligen Korrektur des Marktes.

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