Nach Rücktritt von Geschäftsführerin

Städtetag warnt vor Folgen von Karstadt-Schließungen

Essen - Nach Rücktritt von Geschäftsführerin Sjöstedt: Deutscher Städtetag warnt vor den Folgen möglicher Schließungen von Karstadt-Filialen. Verdi fordert ein Zukunftskonzept für die Kaufhäuser.

Nach dem Rücktritt der Karstadt-Geschäftsführerin Eva-Lotta Sjöstedt hat der Deutsche Städtetag vor den Folgen möglicher Schließungen von Karstadt-Filialen gewarnt. "Wenn Warenhäuser schließen müssen, sinken oft auch die Einkaufsmöglichkeiten im Umfeld", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe). Damit sinke auch die Lebensqualität für die Bevölkerung. Die Städte hofften daher darauf, dass die Karstadt-Warenhäuser bestehen blieben.

Trotz des boomenden Internethandels seien die Kaufhäuser ein wichtiger Faktor für die Attraktivität von Innenstädten, betonte Dedy. Der Deutsche Städtetag setze sich daher seit vielen Jahren dafür ein, dass Innenstädte durch regionale Einzelhandelskonzepte oder über gezieltes Marketing gestärkt würden.

Die Gewerkschaft Verdi forderte ein Zukunftskonzept für die angeschlagene Warenhauskette. "Was es jetzt dringender denn je braucht, sind Sicherheit, Klarheit und Transparenz für die Beschäftigten, nötige Investitionen in die Standorte und ein klares Zukunftskonzept, das auch die Menschen bei Karstadt im Blick hat", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch.

"Das ist eine unerträgliche Hängepartie - und eine zermürbende Situation für die Beschäftigten", sagte Nutzenberger. Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen zehn Jahren und über vier Sanierungstarifverträge auf insgesamt rund 700 Millionen Euro verzichtet und so zur Sanierung beigetragen. Jetzt wollten sie "auf der Eigentümerseite Taten sehen".

Die Schwedin Sjöstedt hatte am Montag nach nicht einmal fünf Monaten im Amt ihren Posten als Geschäftsführerin von Karstadt niedergelegt. Als Begründung nannte sie mangelnde Unterstützung durch den Eigentümer Nicolas Berggruen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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