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Auf die Streikdrohung der Transnet hat die Deutsche Bahn gelassen reagiert.

Nach Streikdrohung von Transnet verweist Bahn auf Verhandlungen

Berlin - Gelassen hat die Deutsche Bahn auf eine Streikdrohung der Bahngewerkschaft Transnet reagiert. Sie wird vor den im Januar beginnenden Tarifverhandlungen keinen Kommentar dazu abgeben.

Die Deutsche Bahn hat gelassen auf eine Streikdrohung der Bahngewerkschaft Transnet reagiert. Vor den im Januar beginnenden Tarifverhandlungen werde die Bahn keinen Kommentar dazu abgeben, sagte ein Sprecher am Montag in Berlin. Der Chef der größten der drei Bahngewerkschaften, Alexander Kirchner, hatte am Wochenende mit Streiks von Ende Januar an gedroht. "Wenn die Bahn auf die vermeintliche Krise verweist, womöglich eine Nullrunde fordert und sich in Verhandlungen nicht bewegt, ist ein Streik unausweichlich", sagte Kirchner in einem Interview mit dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel".

Bahnchef Mehdorn hatte bereits vor Weihnachten auf die Tarifforderungen reagiert. "Wer mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren zu hohe Lohnsteigerungen fordert, riskiert Arbeitsplätze." Vor allem im Güterverkehr fürchtet er wegen der Wirtschaftskrise einen Einbruch.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA fordern 10 Prozent mehr Einkommen für die rund 150 000 tarifgebundenen Bahnmitarbeiter. Die Gewerkschaft GDL will für rund 20 000 Lokführer 6,5 Prozent mehr Geld. Die Tarifverträge laufen Ende Januar aus, dann endet auch die Friedenspflicht und Streiks wären möglich. Die Deutsche Bahn wird die Verhandlungen im Januar zunächst zweigleisig beginnen - mit der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA einerseits und mit der GDL andererseits.

Kirchner lehnte es ab, angesichts der Wirtschaftskrise die Forderung nach zehn Prozent mehr Lohn zu relativieren. "Wir werden uns nicht mit Marginalien abspeisen lassen." Im Personenverkehr gebe es keinen Abschwung, der Güterverkehr auf der Schiene boome ohnehin", sagte der dem "Tagesspiegel". Er rechne nicht damit, dass es vor Ende Januar ein Ergebnis mit der Bahn geben werde.

Alle drei Gewerkschaften streben neben höheren Einkommen auch bessere Arbeitsbedingungen an. Sie beklagen, dass durch die Optimierung der Dienstpläne seitens des Konzerns immer weniger Rücksicht auf die Mitarbeiter und deren Familien genommen werde. So gebe es unter anderem zu wenig freie Wochenenden und die Schichten begännen oder endeten oft in der Nacht. Das müsse im Sinne der Arbeitnehmer geändert werden, sagte der Transnet-Chef kürzlich.

dpa

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