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Bauern hatten gegen zu niedrige Milchpreise bei Lidl und anderen Discountern protestiert.

Nach Protesten von Bauern

Lidl lenkt ein und hebt die Milchpreise an

Neckarsulm - Nach den massiven Protesten von Bauern wegen der stark gesunkenen Milchpreise zahlt der Discounter Lidl mehr für den Liter - wohl um fünf Cent pro Liter.

Man werde zum 1. Oktober die Einkaufspreise für konventionelle Trinkmilch deutlich anheben, teilte der Einzelhändler am Freitag auf Anfrage mit. Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte zuvor mitgeteilt, dass Lidl den Einkaufspreis um fünf Cent erhöhen werde. Der Discounter machte zur genauen Summe „aus Wettbewerbsgründen" keine Angaben.

„Dieses Signal seitens Lidl ist ein weiterer Schritt, um angesichts der angespannten Lage auf den Agrarmärkten unsere Milcherzeuger zu unterstützen“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Jetzt komme es darauf an, dass auch weitere Lebensmittel-Einzelhändler diesem Schritt folgen. Er erwarte, dass auch für andere Molkereiprodukte ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein gezeigt werde, so Rukwied.

Weltweite Überproduktion

Wegen der weltweiten Überproduktion sind die Erzeugerpreise für Milch eingebrochen, nach Angaben des Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) sank der deutsche Milchpreis im Schnitt seit Ende 2013 von 41 auf 28 Cent. Zu diesem Preisverfall kam es auch vor dem Hintergrund der im April ausgelaufenen Milchquote und der damit verbundenen Mengenregulierung in der EU.

Lidl hatte im August angekündigt, den Einkaufspreis für Milch stabil zu halten. Auch bei Aldi Süd hieß es damals, man sei in Gesprächen mit dem Deutschen Bauernverband.

dpa

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