DAX nach US-Daten im Minus

-

Frankfurt (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach negativ aufgenommenen US-Daten seine Verluste ausgeweitet. Der DAX fiel am Nachmittag um 1,02 Prozent auf 6.708,29 Punkte. Der MDAX gab 0,91 Prozent auf 8.950,28 Punkte ab, und der TecDAX verlor 0,69 Prozent auf 795,73 Zähler.

In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche überraschend gestiegen. Die Zahl kletterte um 38.000 auf 407.000. Das ist der höchste Wert seit September 2005. Von Thomson Financial befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 366.000 Erstanträgen gerechnet. Später könnte laut Börsianern auch noch der ISM-Index für Dienstleistungen für Impulse sorgen.

Bayer profitierten laut Börsianern von einer Ausblicksanhebung von Syngenta und legten als einer der besten DAX-Werte um 1,28 Prozent auf 52,25 Euro zu. Das Schweizer Agrochemie-Unternehmen hatte nach Quartalszahlen seine Gewinnprognose für 2008 angehoben. Ein Börsianer verwies zusätzlich darauf, dass die Bayer-Aktie die negative Überreaktion auf Gewinnwarnungsgerüchte vom Vortag korrigiere. "Außerdem sieht der Chart gut aus", ergänzte er.

Dagegen gaben Infineon Technologies um 2,76 Prozent auf 4,93 Euro nach. Ein Börsianer sprach von Gewinnmitnahmen nach der zuletzt kräftigen Kurserholung vom Rekordtief bei 4,08 Euro. Die Zahlenveröffentlichung von Micron Technology gebe dagegen nur wenig Impulse, da der US-Hersteller von PC-Speicherelementen keinen Ausblick auf das dritte Quartal gegeben habe.

Im MDAX setzten sich Tognum nach einer Ausblicksbestätigung für 2008 mit plus 5,04 Prozent auf 15,84 Euro an die Spitze. Börsianer begrüßten die Aussagen des Dieselmotorenherstellers einhellig, auch wenn sie darauf hinwiesen, dass diese keine Überraschungen enthielten. Analyst Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe lobte, dass Tognum im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld bei seinen Zielen bleibe, und bestätigte die Aktie mit "Kaufen" sowie einem Kursziel von 20 Euro. Cheuvreux verwies unter anderem auf die günstige Bewertung im Sektorvergleich und bestätigte Tognum mit "Outperform" sowie einem Ziel von 21 Euro.

HOCHTIEF verteuerten sich um 3,72 Prozent auf 61,36 Euro. Die australische Tochter Leighton hat zwei Aufträge mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde australischer Dollar zum Aufbau und Betrieb eines Kohlebergwerks aus Indien erhalten. Leighton-Aktien reagierten in Sydney mit einem Kursgewinn von 5,52 Prozent. Das treibe auch den deutschen Bautitel an, sagte ein Börsianer.

Für Demag Cranes ging es nach einem positiv aufgenommenen Pressebericht um 4,24 Prozent auf 31,01 Euro hoch. Der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge ist die US-Krise an dem Kranbauer abgeprallt und eine Erhöhung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr wird immer wahrscheinlicher.

"Wir sind mit dem Verlauf des zweiten Quartals sehr zufrieden", wird Vorstandschef Harald Joos zitiert. Zu einer möglichen Anhebung der Prognose habe sich Joos aber noch nicht äußern wollen. "Das Unternehmen hat seinen Ausblick als konservativ eingestuft", sagte ein Börsianer. "Eine Anhebung ist also durchaus drin." Die Spekulation hierauf beflügele den Kurs.

Praktiker gaben indes nach den Vortagsverlusten weitere 6,33 Prozent auf 14,80 Euro ab. Händler verwiesen darauf, dass JPMorgan die Aktie der Baumarktkette von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 20 auf 15 Euro gesenkt hat. Zudem reduzierte die Commerzbank ihr Votum von "Buy" auf "Hold" und die WestLB nahm das Papier von ihrer "Mid & Small Cap Focus List". Enttäuschende Zahlen hatten die Aktie bereits am Mittwoch mehr als elf Prozent ins Minus gedrückt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schock für Primark: Neue Studie enthüllt vernichtendes Detail über Modekette
Schock für den Mode-Riesen Primark! Eine Große Studie einer Mediengruppe aus Frankfurt enthüllt ein vernichtendes Detail über Modekette. Alle Infos hier. 
Schock für Primark: Neue Studie enthüllt vernichtendes Detail über Modekette
Deutsche Reallöhne klettern weiter
Im Aufschwung steigen die Gehälter immer noch schneller als die Verbraucherpreise. Auf lange Sicht haben einige Arbeitnehmergruppen im Vergleich zu anderen aufgeholt.
Deutsche Reallöhne klettern weiter
Griechenland-Hilfe: Deutschland macht 2,9 Milliarden Gewinn
Deutschland, Zahlmeister Europas? Der Eindruck wird gerne erweckt, aber in Sachen Griechenlandhilfe hat der Bundeshaushalt profitiert. Und zwar erheblich. Die Grünen …
Griechenland-Hilfe: Deutschland macht 2,9 Milliarden Gewinn
Handelskonflikte und Dieselaffäre: Daimler senkt Prognose
Der von US-Präsident Donald Trump entfachte Handelsstreit hinterlässt Spuren beim Autobauer Daimler. Auch die Dieselaffäre dämpft die Aussichten.
Handelskonflikte und Dieselaffäre: Daimler senkt Prognose

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.