Nach Wirbelstürmen: Münchener Rück zurrt ihr Rekordziel fest

- München - Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat trotz milliardenschwerer Belastungen aus der Serie schwerer Wirbelstürme sein Rekordziel für dieses Jahr festgezurrt. Bei der angestrebten Eigenkapitalrendite nach Steuern von zwölf Prozent sei nach derzeitigem Stand ein Gewinn von 2,6 Milliarden Euro zu erwarten, sagte Münchener-Rück-Vorstand Jörg Schneider. "Wir halten unser Ergebnisziel im Visier."

Im dritten Quartal konnte der Konzern die Schäden infolge von Hurrikanen wie "Katrina" und "Rita" durch hohe Veräußerungserlöse und Fortschritte in der Erstversicherung wettmachen. Auch im Schlussquartal will das Unternehmen durch den Umtausch von HypoVereinsbank- in Unicredit-Aktien nochmals kräftig Kasse machen. 2006 soll das Ertragsniveau mindestens gehalten werden, sagte Schneider.

Im dritten Quartal schlugen die Großschäden durch Naturkatastrophen in der Rückversicherung mit einer Nettobelastung von über 1,2 Milliarden Euro vor Steuern zu Buche. Nach Steuern drückten alle atlantischen Wirbelstürme zusammen das Konzernergebnis um rund 750 Millionen Euro. Die für das Versicherungsgeschäft maßgebliche Schaden-Kosten-Quote - das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Kosten zu den Beitragseinnahmen - stieg so im Segment Rückversicherung auf den außergewöhnlich hohen Wert von 124,6 (Vorjahr: 105,8) Prozent. Bei unter 100 Prozent arbeiten Versicherer profitabel. Auch künftig sei wegen des Klimawandels mit mehr und stärkeren Wirbelstürmen zu rechnen, sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. Die Branche müsse ihre Preise entsprechend anpassen. Wettbewerber wie Hannover Rück und Swiss Re hatten sich bereits wegen der turbulenten Hurrikan-Saison von ihren Gewinnzielen verabschieden müssen.

Für die Münchener Rück kletterte der Überschuss im dritten Quartal vor allem dank eines nahezu verdoppelten Kapitalanlageergebnisses auf 513 Millionen Euro nach 386 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzern profitierte von Anteilsverkäufen - unter anderem am Versicherer Allianz, der einen Gewinn von 563 Millionen Euro einbrachte.

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