Nachfrage-Boom bei Elektromotoren

Nürnberg/Frankfurt  - Deutliche Umsatzsteigerung: Die deutschen Hersteller von Elektromotoren profitieren von einem Nachfrage-Boom.

In diesem Jahr werde der Umsatz der Branche voraussichtlich erneut um starke 17 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro steigen, berichteten Branchenvertreter am Dienstag zum Auftakt der Antriebs- und Automatisierungsmesse SPS/IPC/Drives in Nürnberg. “Damit wird das Niveau des Spitzenjahres 2008 voraussichtlich nur um knapp zwei Prozent verfehlt“, unterstrich der stellvertretende Vorsitzende des entsprechenden Fachbereichs im Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), Günter Baumüller.

Auch mittelfristig rechnet Baumüller mit einen anhaltenden Aufschwung. “Die Indikatoren zeigen, dass wir auf Sicht von sechs Monaten mit einem weiteren leichten Aufwärtstrend für die Antriebstechnik rechnen können. Wir sind nicht mehr euphorisch, aber die Tendenz ist weiterhin positiv“.

Für das Jahr 2012 rechnet er mit einem Wachstum von mindesten fünf Prozent. Auf der Messe präsentieren noch bis zum Donnerstag (24. November) 1429 Hersteller aus 39 Ländern Antriebs- und Steuerungstechnik für die Chemie-, die Auto- und die Maschinenbauindustrie.

Ähnlich rund läuft es bei Herstellern von Automatisierungstechnik. Der entsprechende Branchenumsatz sei in den ersten acht Monaten sogar um fast 19 Prozent auf 31 Milliarden Euro gestiegen, berichtete das Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbandes Automation, Roland Bent, auf der Nürnberger Messe. Knapp zwei Drittel davon entfällt auf den Export. Der Auftragseingang habe in diesem Zeitraum um 18 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. “Die Tendenz ist gleichbleibend bis leicht ruhiger“, prognostizierte Bent. So sei in diesem Jahr anders als noch 2010 wieder ein Sommerloch bei den Auftragseingängen spürbar gewesen.

Beide Branche erhoffen sich vor allem vom Trend zu größerer Energieeffizienz in den kommenden Jahren deutliche Umsatzimpulse. Nach neuen gesetzlichen Vorschriften dürfen bereits seit Mitte Juni nur noch besonders energiesparende Motoren in Kompressoren, Pumpen, Ventilatoren oder Transportbändern eingesetzt werden. Weiter verschärft würden die Anforderung vom Jahr 2015 an. Nach ZVEI-Schätzung könnten mit energieeffizienten Motoren und elektronischen Drehzahlregelungen pro Jahr 38 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespart werden. Bei der üblichen Austauschrate älterer Motoren würde es nach Einschätzung von ZVEI-Vertreter Brent aber rund 25 bis 30 Jahre dauern, bis dieses Ziel erreicht wäre.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fehlendes Bauteil stoppt Produktion in mehreren BMW-Werken
Kleine Ursache, große Wirkung - in den durchgetakteten Produktionssystemen der großen Autohersteller reicht schon ein fehlendes Bauteil, um die Bänder zu stoppen. Bei …
Fehlendes Bauteil stoppt Produktion in mehreren BMW-Werken
Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück
Berlin/Essen (dpa) - Der wegen Anstifung zur Untreue angeklagte frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zieht seinen Antrag auf Haftverkürzung zurück. Das sagte seine …
Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück
Bahn-Baustellen sollen Fahrgäste seltener ausbremsen
Mit Rekord-Investitionen steckt die Deutsche Bahn Milliarden in das Eisenbahnnetz. Doch ihre Konkurrenten murren. Sie wollen weniger Vollsperrungen. Und mehr Mitsprache.
Bahn-Baustellen sollen Fahrgäste seltener ausbremsen
Flixbus: Wohl keine höheren Ticketpreise
Berlin/München (dpa) - Kunden des größten deutschen Fernbus-Anbieters Flixbus müssen in diesem Jahr wohl nicht mit höheren Preisen für Tickets rechnen. Generell seien …
Flixbus: Wohl keine höheren Ticketpreise

Kommentare