Nach Übergriffen in Köln

Nachfrage nach Pfefferspray steigt an

Marburg - Seit den Übergriffen in Köln sind Pfefferspray und andere Selbstverteidigungsmittel nach Branchenangaben stark gefragt.

„Die Fachgeschäfte bemerken seit Silvester noch einmal einen massiven Anstieg der Nachfrage“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB), Ingo Meinhard, am Freitag in Marburg. Bereits nach den Anschlägen in Paris im November seien viele besorgte Menschen gekommen, um sich über solche „freien Abwehrmittel“ zu informieren und diese zu kaufen.

„Sie kommen nun mit den Bildern von Silvester und fragen: Was kann ich tun, um mich selbst zu schützen?“ Über den Anstieg nach den Kölner Vorfällen hatten unter anderem „Welt.de“ und die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) berichtet. In der Silvesternacht hatten sich am Kölner Hauptbahnhof nach Angaben der Polizei aus einer Menge von rund 1000 Männern heraus Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen.

Es gebe ein „subjektives Bedrohungsgefühl“, mit dem die Menschen in die Geschäfte kämen, sagte Verbandsgeschäftsführer Meinhard weiter. Wichtig sei, sich vor dem Kauf zu informieren, gerade auch über die Rechtslage. Pfefferspray zum Beispiel dürfe nur zur Abwehr aggressiver Tiere eingesetzt werden. Wer sich bedroht fühle, könne sich CS-Gas in die Tasche stecken, ein extrem lautes Alarm-Gerät oder eine spezielle Blend-Lampe.

Meinhard schätzt, dass sich 2015 der Umsatz mit Pfefferspray, Reizgas oder Schreckschusswaffen im Vergleich zum Vorjahr „mindestens verdoppelt“ habe. Konkrete Zahlen lägen dem Verband mit Sitz in Marburg aber noch nicht vor. Derzeit laufe dazu eine Studie, das Ergebnis werde im Februar erwartet.

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dpa

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