Nachhilfe: Vor Vertragsabschluss erst einmal zur Probe pauken

- Die erste Klassenarbeit im neuen Schuljahr deckt die Wahrheit schonungslos auf: Wenn eine Fünf drunter steht und die Versetzung im Sommer gerade mal so geschafft wurde, ist es bei vielen Schülern Zeit für Nachhilfe. Beim Zusatzunterricht am Nachmittag oder in den Ferien wiederholen Lehrer den Stoff, beantworten Fragen und helfen bei Problemen. Doch der riesige Nachhilfemarkt in Deutschland, auf dem jährlich schätzungsweise eine Milliarde Euro umgesetzt werden, ist unüberschaubar.

<P>Private und kommerzielle Anbieter konkurrieren um die Gunst von Schülern und das Geld der Eltern. Schon weil professionelle Nachhilfe teuer ist, sollten Eltern und Schüler gut überlegen, welche Form des Nachmittagsunterrichts für sie in Frage kommt. Woher rühren die Schul-Probleme? Welches Angebot ist das richtige? Es gibt nicht nur Unterschiede bei den Anbietern, sondern auch in der Form der Nachhilfe. Schüler können sich von älteren Schülern helfen lassen, von Studenten oder von pensionierten Lehrern, von Nachhilfe-Instituten oder den eigenen Eltern. </P><P>Die letztere, preiswerteste Möglichkeit lehnen Pädagogen allerdings fast durchweg als ungeeignet ab. Also bleibt nur die Hilfe von außen. Sie kann als Einzelunterricht erfolgen oder in einer Gruppe. Das ist nicht nur preislich ein Unterschied, weil die Einzelnachhilfe schnell das Dreifache einer Gruppenstunde kostet, sondern auch eine Frage des Leistungsdefizits: Hat ein Schüler aufgrund von Krankheit viel Unterricht versäumt und muss er den Stoff schnell aufholen, bietet sich intensive Einzelnachhilfe an, bei der sich der Lehrer ganz auf die individuellen Probleme des einzigen Schülers einstellen kann. Kosten: je nach Unterrichtsfach, Stoff, Lehrkraft und Wohnort von 11 bis weit über 20 Euro je Unterrichtsstunde (45 Minuten). </P><P>Gruppennachhilfe dagegen ist etwa ab 6 bis 8 Euro je Unterrichtsstunde zu haben, die Schüler lernen mit Gleichaltrigen und laufen so kaum Gefahr, isoliert zu werden. Wer nicht per Inserat in der Zeitung oder Aushang in der Schule oder der Uni nach einem Nachhilfelehrer suchen will oder Gruppennachhilfe vorzieht, kann sich an ein Nachhilfeinstitut wenden. Die kommerziellen Anbieter halten den Unterricht in eigenen Räumlichkeiten ab, die Eltern und Schüler vorher inspizieren sollten: Sind sie hell und freundlich, bieten sie eine gute Lernatmosphäre? </P><P>Daneben gilt es noch, viele weitere Fragen zu klären: Wer lehrt - sind es Pädagogikstudenten, Referendare, ausgebildete Lehrer? Wie groß ist die Lerngruppe? Fünf bis sechs Schüler sind ideal. Kann man eine kostenlose Probestunde vereinbaren, in der sich der zukünftige Nachhilfeschüler in aller Ruhe umsehen kann? Besteht die Möglichkeit, den Lehrer zu wechseln, wenn die Chemie zwischen ihm und dem Schüler nicht stimmt? Wie sieht es mit den Vertragsbedingungen aus? Verbraucherschützer bemängeln insbesondere, dass bei den großen Anbietern wie Studienkreis oder Schülerhilfe langfristige Kontrakte die Regel sind. Eltern und Schüler binden sich oft auf sechs Monate oder länger an den Anbieter. Wer nicht rechtzeitig kündigt, für den verlängert sich der Vertrag oft automatisch um weitere Monate - und zahlen müssen die Eltern dann immer, egal ob das Kind zur Nachhilfe kommt oder nicht.</P><P>Auch deshalb sollte man auf möglichst kurze Kündigungsfristen achten. Wichtig ist in allen Fällen: Bevor Nachhilfe organisiert wird, sollten die Eltern mit dem Kind darüber sprechen - und mit seinem Schullehrer. Er kann den Leistungsstand am besten einschätzen, geeignete Nachhilfekräfte oder bestimmte Anbieter empfehlen - und ist vielleicht der Ansicht, dass schon eine Hausaufgabenhilfe dem Schüler helfen würde. </P><P>Karitative Einrichtungen wie Arbeiterwohlfahrt oder Caritas bieten in vielen Orten preisgünstige Nachmittagsbetreuung für Schulkinder an, bei der die Aufsichtspersonen darauf achten, dass ihre Schützlinge die Hausaufgaben machen.<BR></P>

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