Nach Kritik: Bei Rewe wird mit PIN bezahlt

Köln - Nach Kritik von Datenschützern stellt der Handelskonzern Rewe sein Zahlungssystem um. Wer mit der EC-Karte zahlen will, braucht künftig statt der Unterschrift die PIN.

Nach Kritik von Datenschützern stellt der Handelskonzern Rewe sein Zahlungssystem um. Die EC-Kartenzahlung werde von der Unterschrift an der Kasse auf das PIN-gestützte System geändert, teilte Rewe am Donnerstag in Köln mit. Die Umstellung in allen Unternehmen der Rewe Group - neben Rewe auch Penny und toom Baumärkte - werde bis spätestens Mitte kommender Woche abgeschlossen sein.

Datenschützer hatten bemängelt, dass Rewe-Kunden beim Lastschrift-Verfahren durch ihre Unterschrift auch gleichzeitig unter Zeitdruck einer Weitergabe ihrer Daten zustimmten. Die Kunden erhielten auch keinen Durchschlag dieses Papiers. Nach Angaben eines Rewe-Sprechers werden lediglich Kontonummer und Bankleitzahl an den Dienstleister weitergegeben, über den die Abbuchung vorgenommen werde. Nur wenn das Konto des Kunden auch nach einem zweiten Abbuchungsversuch keine Deckung aufweise, werde über die Bank oder die Schufa-Auskunft der Name des Kontoinhabers ermittelt.

Grund für die Umstellung des Zahlungssystems sei jetzt, dass der Dienstleister derzeit datenschutzrechtliche Details mit der Landesdatenschutzbehörde NRW abkläre. Erst wenn diese Fragen vollständig und eindeutig geklärt sind, werde das Unternehmen eine Wiederaufnahme des Unterschriften-Verfahrens prüfen, teilte Rewe mit. Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte die Handelskette famila bereits vor drei Wochen bei EC-Zahlungen von Unterschrift auf PIN umgestellt. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte beim Kieler Landgericht Klage eingereicht. Auch Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert ermittelt in einem Datenschutzkontrollverfahren gegen famila.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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