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Nächste Dornier-Pleite: 345 Mitarbeiter bangen

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- Oberpfaffenhofen - Die Avcraft Aerospace GmbH hat gestern beim Amtsgericht Weilheim wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Damit ist auch die kleine Jet-Linie vom Typ 328 aus der Insolvenzmasse des Oberpfaffenhofener Flugzeugbauers Fairchild-Dornier in die Pleite geraten (wir berichteten exklusiv). Amtsgerichtsleiter Wilhelm Eberle bestätigte den Eingang des Insolvenzantrags, über den voraussichtlich heute entschieden werden soll.

345 Mitarbeiter, die bereits ihre Februar-Gehälter nicht mehr ausbezahlt bekamen, müssen jetzt um ihre Arbeitsplätze bangen. Gestern wurden die Betriebsräte informiert, die - wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war - ihrerseits Gespräche mit Anwälten führen. Seit Dezember gebe es in der Produktion Kurzarbeit, die vom Arbeitsamt bezuschusst werde. Jetzt jedoch habe das Arbeitsamt die Auszahlung ohne Angabe von Gründen verweigert.

Von der Do 328 hat Avcraft 19 bereits gebaute Flugzeuge verkauft und zwei neue gebaut.
Das 328-Jet-Programm war das Kerngeschäft von Fairchild-Dornier. Dieses hatte Avcraft aus der Insolvenzmasse von Fairchild übernommen und wollte die Flugzeuge weiter in Oberpfaffenhofen bauen. Der Versuch, die oberbayerische Flugzeugbau-Tradition wieder aufleben zu lassen, ist jetzt gescheitert. Nachdem sich Flugzeug-Auslieferungen wegen Problemen auf Kundenseite teils mehrfach verschoben hätten, sei das Unternehmen zahlungsunfähig geworden, sagte Avcraft-Aerospace-Geschäftsführer Wolfgang Walter. "Wir hätten stärkere Gesellschafter gebraucht, als die, die wir hatten."

Erst vor wenigen Wochen waren bei einer Insolvenzversteigerung die Überreste des ehrgeizigen Regionaljet-Programms 728 unter den Hammer gekommen. Kein Flugzeug dieses Typs ist je geflogen. Unter den hohen Entwicklungskosten für den 728-Jet war Fairchild-Dornier im Jahr 2002 zusammengebrochen.

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