Nahrungsmittel und Energie treiben Preise - Inflation in Bayern bei 3,0 Prozent

München - Höhere Kosten für Nahrungsmittel und Energie haben das Leben in Deutschland zu Jahresbeginn teurer gemacht als erwartet. Die Verbraucherpreise seien im Januar und Februar um jeweils 2,8 Prozent gestiegen, berichtete das Statistische Bundesamt. In Bayern waren es zuletzt sogar 3,0 Prozent.

Diese Produkte machten mehr als die Hälfte der gesamten Preissteigerung aus. Damit lag die Teuerungsrate den achten Monat in Folge über der Zwei-Prozent-Marke. In Bayern lag die Inflationsrate bei 3,0 Prozent nach 2,9 Prozent im Januar. Heizöl kostete hier fast 36 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Den Verbrauchern kommt die Teuerungswelle noch viel gewaltiger vor, als es die Zahlen der Statistiker zeigen. Das sieht auch Hans Wolfgang Brachinger von der Universität Fribourg so. Der Statistik-Professor hat den "Index der wahrgenommenen Inflation" entwickelt, der aussagt, wie die Preisentwicklung von den Verbrauchern empfunden wird. "Vor allem die Waren des täglichen Bedarfs wie Butter, Brot oder Benzin haben sich in der letzten Zeit zum Teil stark verteuert", erklärt Brachinger. Das falle den Menschen natürlich sofort auf "und macht sich in den Geldbörsen auch ganz konkret bemerkbar".

Tatsächlich günstiger wurden zuletzt vor allem solche Produkte, die seltener angeschafft und deren Preise damit eben auch weniger stark wahrgenommen würden, etwa Flachbildschirme, PCs oder Camcorder. Außerdem bewerten Verbraucher Verluste stärker als Gewinne, was dazu führt, dass Preissenkungen weniger Beachtung finden. Solche psychologischen Aspekte werden bei der Berechnung der amtlichen Teuerungsrate aber nicht berücksichtigt. Hier werden alle Preisveränderungen eines repräsentativen Warenkorbs gleich behandelt und entsprechend den jährlichen Ausgaben eines Durchschnittshaushalts gewichtet.

Im Dezember vergangenen Jahres lag die wahrgenommene Inflation bei 8,8 Prozent, fast dreimal so hoch wie der amtliche Wert von 3,2 Prozent. Dieses Phänomen erinnert Brachinger an die Einführung des Euros. Damals erreichte sein Wahrnehmungsindex ähnlich hohe Werte, und rasch war vom "Teuro" die Rede. Die Folge ist, dass die Käufer sich eher zurückhalten und angesichts einer hohen gefühlten Inflation Investitionen erst einmal zurückstellen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Freitag mit leichten Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Gute Wachstumszahlen aus der US-Wirtschaft halfen ihm, sein Minus …
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
US-Wirtschaft in Trumps Startphase stärker als zunächst geschätzt
Deutlich besser ausgefallen als angenommen, ist das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten unter Führung Trumps. Das teilte das Handelsministerium mit: Die Zahlen …
US-Wirtschaft in Trumps Startphase stärker als zunächst geschätzt
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Vanille ist die Lieblings-Eissorte der Deutschen. Bald könnten den Eisjüngern aber schmerzhafte Veränderungen ins Haus stehen.
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA
Auf dem G7-Gipfel kritisierte Donald Trump scharf den deutschen Handelsüberschuss gegenüber der USA. Jetzt reagiert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit einer …
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA

Kommentare