Namensrecht: Lizenzgebühren fürs Schloss Neuschwanstein

Füssen - Schloss Neuschwanstein hat es knapp nicht geschafft: Der achte Platz bei der kürzlich erfolgten Wahl der sieben neuen Weltwunder spornt aber die Staatliche Schlösserverwaltung an, den als Marke geschützten Namen weiter im Gespräch zu halten. Ob Neuschwanstein digital oder gedruckt - all das freut die Schlösserverwaltung. Wenn mit Namen oder Bild Geschäfte gemacht werden, will auch der Freistaat dabei sein.

"Als Kulturinstitution sind wir nicht an einer extensiven Vermarktung interessiert", sagt die Sprecherin der Schlösserverwaltung, Ines Holzmüller. Mit Hilfe der Eintragung als Marke soll eine expansive verflachende Nutzung des schönen Namens verhindert werden. "Wir haben uns das Namensrecht schützen lassen, um Ramschartikel zu verhindern". Den Andenkenhandel wollte und konnte man mit der Eintragung als Marke nicht treffen. Das Minischloss in Aluminium gegossen, kann nach wie vor ohne eine Teilhabe des Staates hergestellt und verkauft werden. Auch kann jeder ohne Gebühr Postkarten vom Schloss aufnehmen, drucken und verkaufen oder Bücher über Neuschwanstein schreiben, verlegen und verkaufen.

Das Geschäft mit der Marke Neuschwanstein ist bisher eher flau gelaufen. Der erste Lizenzträger, die Festspielhaus Neuschwanstein Musiktheater Füssen GmbH & Co. KG und ihre Nachfolgegesellschaft haben Konkurs angemeldet. Das Musicaltheater hat für die Lizenz zum Führen des Namens eine "erkleckliche Summe" bezahlt, die eher in den Hunterttausendern als in den Zehntausendern zu suchen war. Doch diese Lizenzvereinbarung ist mit der Insolvenz beendet. "Es werden noch Gespräche geführt", berichtet Holzmüller. Aber mehr als die Konkursquote ist da nicht zu holen. Andere, kleinere Lizenznehmer, so zum Beispiel eine Brauerei, sind noch mit Schloss und Staat dabei.

Die Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen hatte 2004 begonnen, die Schätze Ludwigs II. zu vermarkten. Per öffentlicher Aufforderung in Zeitungsanzeigen hatte sie Lizenznehmer für ihre besten Marken Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof gesucht. Sie hatte gleich dem allerschlimmsten Kitsch einen Riegel vorgelegt, indem sie Waren und Dienstleistungen verlangte, die "eingedenk des kulturellen Auftrags qualitativ hochwertig" sein und die "bayerische Kultur widerspiegeln" sollten. Der Lizenztest zeigte, dass nur Neuschwanstein weltweit einen Namen hatte, was vier Jahre später der achte Platz bestätigte.

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