Nanotechnologie: Gute Chancen und hohes Risiko

- München - Nanotechnologie ist derzeit eines der Lieblingsthemen der Anleger. Die Aktien dieser Firmen steigen und steigen.

<P>Das zeigt sich an der Entwicklung der Nanotech-Fonds. So zählt der H & A Lux DAC Nanotech-Fonds mit einem Wertzuwachs von über 30 % im laufenden Jahr zu den besten Fonds im Technologiebereich. Eine Entwicklung, für die es nach Ansicht von Marco Beckmann, Berater dieses Fonds, gute Gründe gibt: "Nanotechnologie ist eine Querschnittstechnologie, die viele Industrien in den kommenden Jahren beeinflussen wird." Sie könne in der Materialwissenschaft, in der Energie- und Umwelttechnik, in der Elektronik oder der Biotechnologie eingesetzt werden. Und sie stehe erst am Anfang einer Entwicklung und weise riesiges Wachstumspotenzial aus, so Beckmann.<BR><BR>Das Wort Nano steht für ein Milliardstel. Bei der Nanotechnologie geht es um die Beherrschung von Materialien aller Art auf atomarer Ebene. Damit können Produkte verfeinert sowie deren Eigenschaften verbessert werden. Es entsteht nichts völlig Neues, aber Bekanntes lässt sich verbessern und verbilligen.<BR><BR>Darin liegt die Fantasie, die die Kurse der Nanotechnologie-Unternehmen beflügelt. Es gibt gegenwärtig keine Technologie, die über ein größeres Potenzial verfügt und schneller wächst", schwärmt Beckmann. Doch ist es für Anleger nicht einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. "Nanotechnologie ist sehr kapital- und wissensintensiv", erklärt Thiemo Lang, Fondsmanager des Activest Lux Nanotech. "Kleinere Wettbewerber müssen sich deshalb stark fokussieren. Nimmt die Entwicklung eine andere Richtung, können diese rasch vom Markt verschwinden." Bei großen Konzernen dagegen habe der Wertschöpfungsanteil der Nanotechnologie oftmals kaum Einfluss auf den Aktienkurs. Lang setzt deshalb auf Unternehmen mittlerer Größe und hier schwerpunktmäßig auf Hersteller der Prozess- und Analysegeräte, also Firmen, die nanotechnologische "Hacken" und "Schaufeln" bereitstellen. </P><P>"Wir suchen gezielt nach Firmen, die am Markt etabliert sind und möglichst Gewinne erzielen." Dazu gehört die US-Firma Veeco Instruments. Veeco ist weltweit tätig und beliefert unter anderem die Halbleiterindustrie, Anbieter von Datenspeichern und die Telekom-Branche. 2003 erzielte man nach eigenen Angaben einen Umsatz von fast 280 Millionen Dollar. Im operativen Ergebnis von minus 9,7 Millionen Dollar sind außerordentliche Belastungen unter anderem aus einer Übernahme und Restrukturierungskosten erhalten. Ohne diese Belastungen lag es bei 13 Millionen Euro. Allerdings kletterte die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten bereits um über 90 %. Das ist kein Einzelfall, aufgrund der hohen Bewertung sollten Anleger mit Korrekturen rechnen. Hinzu kommt die Abhängigkeit von der Konjunktur. Nur wenn sich die Endmärkte gut entwickeln, wird die Nachfrage nach Nanotechnologie-Verfahren wachsen. Sonst wird es zu Rückschlägen kommen. <BR><BR>Wer seinem Depot dennoch Nanotech-Werte beimischen möchte, sollte auf Fonds setzen. Aufgrund der Diversifikation kann so das Risiko reduziert werden. Rasche Gewinne sollten Investoren nicht erwarten. Aufgrund der langfristigen Fantasie eignen sich diese Fonds eher als langfristiges Investment. <BR><BR></P>

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