Nasa will wieder zum Mond

- Washington - Die US-Raumfahrtorganisation Nasa hat dem Rüstungskonzern Lockheed Martin den milliardenschweren Auftrag zum Bau eines bemannten Mond- Raumfahrzeugs Orion erteilt. Das neue Raumschiff soll in einigen Jahren die schon betagte Space-Shuttle-Flotte ablösen und Astronauten wieder zum Mond und vielleicht auch zum Mars bringen. Die Orion-Raumschiffe können wie die Raumfähren wiederverwendet werden und sitzen wie früher die Apollo-Kapseln auf der Spitze einer Rakete.

Die Nasa schätzt die Kosten bis zum Jahr 2019 auf 7,5 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro). Lockheed Martin ist in der Raumfahrt bislang auf den Bau von unbemannten Raketen spezialisiert. Der Konzern hatte bereits 1996 von der Nasa den Auftrag für ein bemanntes Raumschiff bekommen, das die Shuttles ersetzen sollte. Die Nasa gab 912 Millionen Dollar (710 Millionen Euro) für das Projekt X-33 aus, das wegen technischer Probleme aber nie gebaut wurde. Um den Orion-Auftrag hatten sich auch noch ein Konsortium aus dem Schiffbauer Northrop Grumman und Boeing beworben.

Lockheed Martin baute bislang nur unbemannte Raketen und Sonden, so den "Lunar Prospector" (1998), die "Viking"-Sonden zum Mars (1976), den "Mars Reconnaissance Orbiter", der zu Beginn des Jahres in die Mars-Umlaufbahn ging, und den "Mars Climate Orbiter" (1999), der zerschellte, weil metrische und englische Maßeinheiten verwechselt wurden. Beim Orion-Projekt bekommt das Unternehmen technische Unterstützung von allen zehn Nasa-Zentren, die Hauptarbeit wird im Raumfahrtzentrum Johnson in Houston geleistet. Der endgültige Zusammenbau findet im Kennedy Space Center in Florida statt.

Der erste Orion-Testflug ist für September 2014 geplant. Auf dem Mond könnten Astronauten nach Schätzungen der Nasa wieder Ende 2019 oder 2020 landen. Zuletzt waren Menschen 1972 dort. "Das All ist kein Ziel mehr, das wir nur kurz besuchen", sagte Nasa-Manager Scott Horowitz.

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