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Einkaufen rund um die Uhr, etwa hier in der Münchner Kaufingerstraße, ist auch weiterhin nichts für die Bayern.

Ladenschlussdebatte auch in München

„Nein“ zur Bayern-FDP: Der Sonntag soll in Bayern heilig bleiben

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Die Forderung der Landes-FDP, die Ladenöffnungszeiten an sieben Tagen in der Woche zu flexibilisieren, stößt auf wenig Begeisterung. CSU, SPD, Kirchen und Gewerkschaften lehnen den Vorstoß ab.

München - Es ist schon mehr als ein Jahrzehnt her. Aber Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes CityPartner, erzählt die Geschichte gerade deswegen immer wieder gerne. Weltweit wurde damals in Buchhandlungen mit einer mitternächtlichen Pyjama-Party der Verkauf des fünften Harry-Potter-Bandes gestartet. Auch das Münchner Traditionshaus Hugendubel beteiligte sich an der Aktion – bis die Polizei dies unterband. Auf dem ganzen Erdball, von Salzburg bis Sydney, gab es keine Probleme. Doch in Bayern ticken die Uhren anders. Das Ladenschlussgesetz verhindert jegliche Geschäftstätigkeit nach 20 Uhr. Bis heute. Und Fischer findet: „Das ist nicht mehr zeitgemäß.“

Dabei gehe es den Unternehmen nicht so sehr um den Sonntag als vielmehr um die Möglichkeit, „Stammkunden zu einem Shopping-Abend einzuladen“. Dazu sei eine Lockerung des Ladenschlussgesetzes wie in Baden-Württemberg wünschenswert. Im Nachbar-Bundesland habe sich die Neuregelung bewährt. Denn dort, wo die längere Öffnung Sinn ergebe – etwa bei Lebensmittelmärkten in Wohngebieten – sei dies von den Kunden gut angenommen worden. Der innerstädtische Handel schließe aber weiterhin meist um 20 Uhr. Fischer stellt klar: „Sieben Tage rund um die Uhr wird von unseren Unternehmen nicht gefordert.“ In München wären die Geschäftsleute schon zufrieden, wenn zumindest der gesetzliche Rahmen von vier verkaufsoffenen Sonntagen ausgeschöpft würde.

Offene Geschäfte am Sonntag? Negativ nicht nur für das Familienleben

Der CSU-Fraktionschef im Stadtrat, Manuel Pretzl, könnte sich gut vorstellen, Geschäften Ausnahmen für Sonderverkaufszeiten nach 20 Uhr zu ermöglichen. Münchens „Erste Häuser“ (Hirmer, Schuster, Kustermann, Bettenrid, Kautbullinger) haben hier zum Beispiel einen Bedarf angemeldet. Dies sei aber Sache der Landesebene. Von dort gibt es eine klare Absage an die FDP-Pläne für eine grenzenlose Ladenöffnung: „Vor allem die Sonntagsöffnung widerspricht der bayerischen Lebensart, Zeit für Entspannung, Familie und auch Kirche zu lassen“, sagt der Münchner CSU-Landtagsabgeordnete und sozialpolitische Sprecher Joachim Unterländer. Nicht einmal aus der Wirtschaft kämen solche Forderungen. Die „abgehobene FDP“ übersehe, dass viele Tausend Menschen dann regelmäßig zur Sonntagsarbeit gezwungen wären, was sich massiv auf ihr Familienleben auswirken würde. „Das wird in Bayern nicht umgesetzt“, heißt es aus der CSU-Landtagsfraktion.

Kritik kommt auch von der Gewerkschaft Verdi. „Dass sich unsere Gesellschaft damit weiterentwickelt, ist ein Trugschluss“, sagt Bayerns Sprecher Hans Sterr. Am Ende könnten sogar Nachteile für die Geschäfte entstehen. „Nur die großen Ketten werden profitieren – und das befeuert den Verdrängungswettbewerb bloß“, sagte Sterr. Auch Vorteile für Arbeitnehmer seien nicht in Sicht. Die Arbeit werde „verdichtet“ – und darunter hätten auch die Kunden zu leiden. Simone Burger, SPD-Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik im Stadtrat und ebenfalls Gewerkschafterin, erklärt: „Die komplette Freigabe ist Unsinn.“ Die Belastung in der Arbeitswelt sei hoch, gerade Beschäftigte mit Familien bräuchten Freiraum.

Ähnlich klingt die Reaktion der Kirchen. Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm meint: „Es hat seinen guten Sinn, dass am Sonntag die Läden geschlossen sind. Der auf dem Boden der christlichen Tradition gewachsene Schutz des Sonntags ist nicht nur wichtig für den Gottesdienst. Er tut der Gesellschaft als ganzer gut.“ Dass ein Tag in der Woche so weit wie möglich frei vom Kommerz gehalten werde, sei wichtig. „Und es soll auch so bleiben!“ Bernhard Kellner, Sprecher des Erzbischöflichen Ordinariats, sagt, wer grenzenlose Öffnungszeiten fordere, müsse sich überlegen, was das für die Menschen bedeute. Die FDP komme jedes Jahr mit derselben Leier daher.

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