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Nach Umsatz-Einbruch: Netflix plant neues Abo-Modell - und bricht mit großem Tabu

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Von: Patricia Huber

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Ein Paar sitzt vor dem Fernseher, auf dem das Netflix-Logo zu sehen ist.
Der Streaming-Dienst Netflix könnte schon bald ein weiteres Abo-Modell anbieten. © Daniel Reinhardt/dpa

Der Streaming-Riese Netflix hat im ersten Quartal eine große Menge Abonnenten verloren. Ein neues Angebot soll Abhilfe schaffen - und bricht ein großes Tabu des Anbieters.

Los Gatos - Während der Corona*-Pandemie zählte der Streamingdienst Netflix zu den großen Gewinnern. Die Zahl der Abonnenten wuchs während der Lockdowns kräftig. Doch mittlerweile wurden in den meisten Ländern die harten Maßnahmen aufgehoben - und das bekommt Netflix jetzt zu spüren. Die Abo-Zahlen sinken enorm, was den Vorstand offenbar zu neuen Strategien bewegt.

Netflix: Bald Streaming-Dienst mit Werbung?

Eigentlich war Werbung für Netflix immer ein Tabu. In keinem der Abo-Modelle müssen sich Nutzer über lästige Werbespots ärgern. Doch damit könnte schon bald Schluss sein. Obwohl auch Netflix-Vorstandschef Reed Hastings bisher nicht viel von einem Abo-Modell mit Werbung gehalten hat, scheint er angesichts der sinkenden Abo-Zahlen jetzt einen Sinneswandel gehabt zu haben. Er erklärte, dass ein solches neues Modell „viel Sinn“ haben könnte. Der Videodienst wird in den nächsten ein bis zwei Jahren an einer solchen Lösung arbeiten - konkrete Pläne stellte Hastings jedoch nicht vor.

Der deutsche Streaming-Anbieter RTL+ arbeitet beispielsweise schon immer mit Werbung. Wer hier Abonnent des Basis-Tarifs ist, sieht vor der gewünschten Serie oder Film immer einen Werbespot.

Netflix macht Russland-Rückzug für schwache Zahlen verantwortlich

Aber woher kommt der Umschwung des Netflix-Chefs? Das zeigen die Zahlen: Erstmals seit mehr als zehn Jahren hat der Streaming-Riese mit Kundenschwund zu kämpfen. In den drei Monaten bis Ende März gingen unterm Strich rund 200.000 Bezahlabos verloren, wie Netflix am Dienstag (19. April) nach US-Börsenschluss mitteilte.

Für die schwachen Zahlen machte Netflix unter anderem den Rückzug aus Russland verantwortlich, wo sämtliche Kundenkonten wegen des Ukraine-Krieges* deaktiviert wurden. Dem Unternehmen zufolge fielen wegen der Maßnahme auf Quartalssicht rund 700.000 Abos weg. Ohne diesen Effekt hätte es einen Anstieg um eine halbe Million Nutzer gegeben. Außerdem erklärte Netflix, dass die Statistik unter der Mehrfachnutzung von Kundenkonten leide, da viele Abonnenten ihre Passwörter teilten. Das Unternehmen schätzt, dass rund 100 Millionen Haushalte weltweit den Streaming-Service nutzen, ohne zu zahlen. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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