Jemand hält ein Handy auf dem die Netflix-App im Store angezeigt wird vor einem Computerbildschirm ins Bild. Auf dem Bildschirm sind Serien wie Lupin, Bridgerton und Corbra Kai zu sehen.
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Netflix: Ab sofort kommt Netflix nicht nur digital zu den Menschen nach Hause. Wer will, kann sich jetzt Merchandise seiner Lieblingsfilme und Serien kaufen (Symbolbild).

Erweitertes Geschäftsmodell

Netflix: Streaming-Anbieter verkauft jetzt mehr als Filme und Serien

Seit Donnerstag können Kunden bei Netflix Merchandise ihrer liebsten Serien und Filme kaufen. Experten bezweifeln, ob das Konzept langfristig Erfolg haben kann.

Los Gatos/Kalifornien - Der US-amerikanische Streaming-Anbieter Netflix bietet seit Donnerstag auf Netflix.Shop Produkte rund um die beliebtesten Filme und Serien an. Dazu zählen beispielsweise Pullover, T-Shirts, Baseball-Caps, Ketten, Tassen oder Figuren. „Wir lieben es, wenn großartige Geschichten (…) ein Teil des Lebens der Menschen werden“, so Netflix in einer Pressemitteilung vom Donnerstag.  

Netflix-Limited-Edition: Viele Angebote soll es nur für begrenzte Zeit geben

Los geht‘s im Juni unter anderem mit Dekoartikeln zur Serie Lupin, die in Zusammenarbeit mit dem Louvre-Museum in Paris entstanden sind. Außerdem soll es Streetwear und Actionfiguren zu den Serien Ysuke und Eden geben. Generell spricht der Streaming-Anbieter bei seinem Online-Shop von einer „Boutique“, in der exklusive „Limited-Editionen“ sowie Kleidung und Lifestyle-Produkte angeboten werden. Netflix arbeitet mit aufstrebenden Künstlern zusammen, darunter Kristopher Kites oder Nathalie Nguyen. In Kürze sollen Produkte zu den Serien The Witcher und Stranger Things folgen.

Online-Shop-Idee: Kann Netflix damit langfristig erfolgreich sein?

Der Manager Josh Simon, der die Konsumgüter-Abteilung des US-Konzerns leitet, soll die Idee des Online-Shops maßgeblich vorangetrieben haben. Einem Bericht der New York Times zufolge gilt dies als der nächste logische Schritt. Denn der Anbieter will im Einzelhandelsgeschäft Fuß fassen. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Online-Streaming-Markt hart umkämpft ist und Netflix keine Werbung zeigt. Konkurrenten wie Hulu oder HBO Max blenden hingegen Anzeigen ein und sichern sich so regelmäßiges Einkommen - zusätzlich zu den monatlichen Gebühren.

Als Inspiration für Netflix könnte Disney gedient haben, denn das Unternehmen macht bereits seit Jahren viel Umsatz mit Merchandise-Artikeln. Allerdings bezweifeln Experten wie etwa Mark A. Cohen von der Columbia University, ob der Einkommensstrom bei Netflix lange anhalten werde. Die Netflix-Serien hätten einen kürzeren Lebenszyklus als Disney-Hits, die oft ganze Generationen prägen, sagte der Professor gegenüber der New York Times.

Netflix startet Zusammenarbeit mit Amazon, Walmart, Sephora und Target

Um im Einzelhandel durchzustarten, arbeitet Netflix mit Amazon, Walmart, Sephora und Target zusammen. Der Online-Store läuft über den Anbieter Shopify. Der kanadische Anbieter liefert E-Commerce-Software, mit der Anbieter Online-Shops gestalten und Produkte versenden können, ohne selbst die Logistik zu übernehmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Netflix sich neu erfindet. Das Unternehmen wurde im Jahr 1997 gegründet und war ursprünglich ein DVD-Versand. Der Wechsel zum Video-on-Demand und Streaming-Anbieter machte Netflix zum Marktführer unter den Streaming-Diensten. Rund 200 Millionen Abonnenten hat das Unternehmen aktuell weltweit. Mit den Merchandise-Produkten erschließt sich der Konzern eine neue Einkommensquelle.

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