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Die staatlich garantierten Renditen für Strom- und Gasleitungen sinken in den nächsten Jahren deutlich.

Gute Nachricht für Kunden

Netzagentur senkt Garantierenditen für Strom- und Gasnetze

Bonn - Die Entlastung für Strom- und Gaskunden wird von Experten auf rund 650 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Die Energiebranche aber kritisiert den Schritt. Sie sieht Deutschland damit "auf einem der letzten Plätze in Europa".

Gute Nachrichten für Strom- und Gaskunden: Die staatlich garantierten Renditen für Strom- und Gasleitungen sinken in den nächsten Jahren deutlich.

Der Schritt erfolge im Interesse der Verbraucher und spiegele die seit längerem niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten wieder, kündigte der Präsident der Aufsichtsbehörde, Jochen Homann an.

Experten schätzen die Entlastung der Strom- und Gaskunden durch die Absenkung der Netzrenditen auf insgesamt 650 Millionen Euro pro Jahr. Für den Durchschnittshaushalt dürfte sich die Entlastung allerdings auf weniger als 10 Euro im Jahr beschränken.

Der Hintergrund der Neuregelung: Wenn Energiekonzerne oder Stadtwerke neue Strom- und Gasleitungen bauen, bekommen sie dafür staatlich garantierte Renditen. Bislang betrug der von der Bundesnetzagentur festgelegte Eigenkapitalzinssatz dabei 9,05 Prozent bei neuen Anlagen und 7,14 Prozent bei bestehenden. Künftig sinkt er auf 6,91 beziehungsweise 5,12 Prozent. Die neuen Zinsätze gelten für Gasnetzbetreiber ab 2018, für Stromnetzbetreiber ab 2019.

Auf Bedenken stieß der Schritt der Aufsichtsbehörde beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der nun von der Bundesnetzagentur festgelegte Zinssatz liege "auf einem der letzten Plätze in Europa", kritisierte der BDEW-Vorsitzende Stefan Kapferer. "Es bleibt abzuwarten, ob Investoren auf dieser Basis bereit sind, die erforderlichen Finanzmittel in Milliardenhöhe zügig bereitzustellen." Verzögerungen beim Netzausbau könne sich Deutschland nicht leisten. Die Linken im Bundestag und der Ökostrom-Marktführer Lichtblick kritisierten dagegen die Absenkung als nicht ausreichend. Den Netzbetreibern werde weiterhin "eine Traumrendite" garantiert, klagte die energiepolitische Sprecherin der Linken, Eva Bulling-Schröter.

Netzagentur-Präsident Homann sagte dagegen, die Neuregelung entspreche dem internationalen Niveau und gewährleistete, dass Investitionen in die Netze weiterhin attraktiv blieben und die Netzbetreiber dir großen Herausforderungen der Energiewende stemmen könnten.

Für Bau und Betrieb der Strom- und Gasnetze fallen nach Branchenschätzungen derzeit pro Jahr in Deutschland etwa 18 Milliarden Euro beim Strom und rund 5,5 Milliarden Euro beim Gas an. Die jährliche, vom Staat garantierte Rendite auf das eingesetzte Kapital liegt den Schätzungen zufolge bei etwa 2,5 Milliarden Euro branchenweit für Gas und Strom zusammen.

dpa

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