Probleme bei Versorgung

Strom: Netzbetreiber schlagen Alarm

Passau - Für die Netzbetreiber wird es immer schwieriger, die Stromversorgung sicherzustellen. Die Belastung der Netze habe sich extrem verstärkt und es erfordere immer größere Anstrengungen, die Versorgung zu sichern.

Das sagte der Deutschland-Chef des Netzbetreibers Tennet, Martin Fuchs, der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „In unseren Schaltleitungen müssen wir jetzt schon praktisch jeden Tag in das Netz eingreifen, um es stabil zu halten“, so Fuchs. Das einzig wirksame Gegenmittel sei der zügige Netzausbau.

Als bedenklich empfindet es Fuchs mit Blick auf die Energiewende, dass immer mehr konventionelle Kraftwerke stillgelegt würden. „Viele aus Altersgründen, aber viele auch, weil sie wegen des absoluten Vorrangs der Erneuerbaren nur noch selten einspringen müssen und sich deshalb wirtschaftlich nicht mehr rechnen.“

Die von der Bundesregierung vorgegebenen Ziele zur Energiewende hält Fuchs auch vor dem Hintergrund der Proteste und der bereits bekannten Verzögerungen noch für realistisch - unter einer Voraussetzung: „Wenn - dieses Wort ist besonders wichtig - alle an einem Strang ziehen und die Rahmenbedingungen richtig angepasst werden, ist es zu schaffen.“ Wichtig sei, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien Schritt halte mit dem Netzausbau und dass es genügend gesicherte Kraftwerkskapazität gebe.

„Die Gesamtinvestitionen in den nächsten zehn Jahren für den Ausbau des Transportnetzes betragen etwa 21 Milliarden Euro“, sagte Fuchs und fügte hinzu: „Die Zahl erschreckt zunächst, aber die jährlich daraus resultierenden Kosten sind nur etwa ein Zehntel der Kosten für die Erneuerbaren Energien.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Deutlich besser ausgefallen als angenommen ist das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten unter Führung Trumps. Dennoch hat sie an Schwung verloren.
Trotz unerwartet starken Jahresstarts: US-Wirtschaft schwächelt
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Freitag mit leichten Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Gute Wachstumszahlen aus der US-Wirtschaft halfen ihm, sein Minus …
Dax geht etwas schwächer ins Wochenende
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Vanille ist die Lieblings-Eissorte der Deutschen. Bald könnten den Eisjüngern aber schmerzhafte Veränderungen ins Haus stehen.
„Vanille-Krise“: Schreck für Eisfreunde
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA
Auf dem G7-Gipfel kritisierte Donald Trump scharf den deutschen Handelsüberschuss gegenüber der USA. Jetzt reagiert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit einer …
Wirtschaftsforscher verteidigen deutschen Handelsüberschuss gegenüber USA

Kommentare