Verkäufe bei VW-Konzernmarken laufen weiter rund

Wolfsburg - Volkswagen drückt beim Absatz seiner neun Konzernmarken weiter aufs Tempo. In den ersten sieben Monaten legten die weltweiten Verkäufe des größten europäischen Autobauers auf 4,75 Millionen zu.

Das waren etwa 600 000 (14,4 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtete das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg. Auch im Juli selbst fuhr der Konzern ein kräftiges Plus von insgesamt 16,3 Prozent ein. Zuletzt wurden knapp 666 000 Autos ausgeliefert.

Vertriebschef Christian Klingler sieht die Verkäufe trotz der erwarteten konjunkturellen Abkühlung im Plan: “Der Konzern ist mit seiner starken Modellpalette weiter auf Wachstumskurs.“ Die Steigerung habe auch zu Beginn des zweiten Halbjahres weit über dem Branchendurchschnitt gelegen, hieß es. Bis zum Jahresende peilt Vorstandschef Martin Winterkorn das Ziel von über acht Millionen verkaufter Autos an. Ende Juni waren es schon mehr als die Hälfte.

Zwischen Januar und Juli zog vor allem die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen an (28,2 Prozent) - vor der tschechischen Tochter Skoda (19,7) und der Premiummarke Audi (17,4). Die Kernmarke VW-Pkw hatte bereits Anfang der Woche 12,5 Prozent mehr Verkäufe gemeldet. Bei der spanischen Tochter Seat fiel das Plus mit 1,9 Prozent geringer aus, in Deutschland gewann die Marke aber stark hinzu.

In Zentral- und Osteuropa fragten besonders viele Kunden Autos aus der VW-Familie nach. Das Absatzwachstum war seit Jahresbeginn mit 28,7 Prozent mehr als fünfmal so hoch wie in den westeuropäischen Ländern. Deutschland allein kam auf ein Plus von 11,9 Prozent. Deutlich höher lagen die Steigerungsraten in Nordamerika (21,4) und auf dem Einzelmarkt USA (20,5). Dort will der Konzern mit dem neuen VW-Werk in Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) weiter Boden gutmachen. Auch ein eigener Audi-Standort ist in der Diskussion.

Fast genauso stark wuchsen die Auslieferungen auf dem wichtigsten Zukunftsmarkt Asien/Pazifik. Mit 19,2 Prozent in der gesamten Region und 16,4 Prozent in China lag VW hier nur knapp unter dem Anstieg in Nordamerika. Die Zahl der verkauften Autos ist in Fernost aber schon fast viermal so groß. In Indien verdreifachte sie sich, lag mit rund 63 000 jedoch noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. 11,4 Prozent mehr Autos als im Vorjahreszeitraum gingen an Kunden in Südamerika.

Wohin steuert die Branche also? Nach einer Studie von Oliver Wyman wird sich der weltweite Fahrzeugabsatz von rund 72 Millionen Autos und Nutzfahrzeugen im Jahr 2010 bis 2017 auf etwa 108 Millionen erhöhen - das wäre im Schnitt ein Plus von sechs Prozent im Jahr. Wachstumspotenzial ist also vorhanden, vor allem in Ländern wie China, Indien, Russland oder Brasilien. Im gesättigten Markt in Westeuropa wird über Erfolg und Misserfolg im Verdrängungswettbewerb entschieden.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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