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Neubeginn: Bruno Sälzer soll Escada aus der Krise führen

München - Der frühere Vorstandsvorsitzende von Hugo Boss soll mit frischem Kapital in der Hinterhand den Luxusmode-Konzern Escada wieder auf die Beine bringen.

Das Unternehmen teilte am frühen Dienstagabend mit, dass Bruno Sälzer zum 1. Juli den bisherigen Konzernchef Jean-Marc Loubier ablösen wird. Außerdem werden die Tchibo-Eigner Wolfgang und Michael Herz frisches Geld in das Unternehmen pumpen und im Gegenzug ein größeres Aktienpaket übernehmen.

Die Ablösung Loubiers kommt nicht unerwartet. In den vergangenen Wochen war wiederholt spekuliert worden, dass der glücklose Franzose gegen Sälzer ausgetauscht wird. Loubier war erst vor 13 Monaten bei Escada angetreten und hatte Frank Rheinboldt abgelöst, der ebenfalls nur ein Jahr den Vorstandsvorsitz innehatte. Beide konnten keine kurzfristigen Erfolge vermelden. Escada hat in den vergangenen Jahren nicht vom starken Wachstum des Luxusmodensegements profitieren können und rutschte zuletzt in die roten Zahlen.

"Sälzer ist ein Glückfall für unser Unternehmen", sagte ein Mitglied des Escada-Aufsichtsrat gegenüber unserer Zeitung. Es gäbe nicht viele in der Branche, denen man zutraue die Marke wieder zu ihrem alten Glanz zu verhelfen. Gemeinsam mit Sälzer wird Werner Lackass als Vorstand für das operative Geschäft antreten. Er beerbt Beate Rapp, die nach 13 Jahren aus dem Topmanagement ausscheidet. Sie mache damit den Weg frei für einen Neuanfang, hieß es aus dem Unternehmen. Sälzer und Lackass hatten Boss verlassen, weil sie die vom Großaktionär Permira durchgedrückte Sonderdividende in Höhe von 350 Millionen Euro nicht mittragen wollten.

Wenig überraschend ist auch der Eintritt der Familie Herz bei Escada. Schon im April hatten entsprechende Gerüchte die Runde gemacht. Nun steht fest, dass die Investoren frisches Kapital in Höhe von 10 Prozent des Grundkapitals in das Unternehmen einbringen und damit zum zweitgrößten Aktionär aufsteigen. Darüber hinaus ist eine weitere Kapitalerhöhung durch die Ausgabe neuer Aktien geplant. Durch die beiden Maßnahmen fließen Escada rund 50 Millionen Euro zu. Zudem hat sich Escada mit einer Hausbank auf eine neue Kreditlinie im Volumen von 90 Millionen Euro geeinigt.

Durch den Einstieg der Tchibo-Familie ändert sich die Zusammensetzung des Aufsichtsrates: Wolfgang Herz und der Münchner Rechtsanwalt Reinhard Pöllath erhalten einen Sitz. Pöllath wird auch den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Im Gegenzug scheidet Martin Kuhn aus dem Rat aus. Ein weiterer Sitz war bislang unbesetzt.

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