+
Der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz wird am 1. Juni feierlich eröffnet. Foto: AlpTransit Gotthard AG

Betreiber: Neuer Gotthard-Bahntunnel allein zu wenig

Der längste Eisenbahntunnel der Welt unter dem Gotthard in den Alpen steht vor der Eröffnung. Die Chancen, die er vor allem für den Güterverkehr bietet, können aber noch nicht genutzt werden.

Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels am 1. Juni können Sie bei uns im News-Blog verfolgen.

Berlin (dpa) - Der neue Eisenbahntunnel unter dem Gotthard-Massiv in der Schweiz wird seine Funktion als schnelle Nord-Süd-Achse nur schrittweise erfüllen.

Dafür fehlten noch wichtige Teilstücke auf dem Schienenkorridor von Rotterdam bis Genua, sagte der Leiter der Projektorganisation bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), Peter Jedelhauser, am Montag in Berlin. "Der Gotthard-Basistunnel ist absolut notwendig, aber nicht hinreichend" für die angestrebte leistungsfähige Schienenverbindung von der Nordsee bis zum Mittelmeer.

Der neue Tunnel wird am 1. Juni feierlich eröffnet. Der regelmäßige Zugverkehr durch das Bauwerk soll am 11. Dezember aufgenommen werden. Die beiden Röhren sind je 57 Kilometer lang. Damit handelt es sich um den längste Eisenbahntunnel der Welt.

Der Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT). Ziel des Großprojekts ist es vor allem, bei der Alpenquerung mehr Güter auf der Schiene statt per Lastwagen zu transportieren.

Aber auch der Personenverkehr wird beschleunigt. So verkürzt sich die Fahrzeit von Zürich nach Mailand von vier auf drei Stunden. Von 2018 an soll es eine direkte Zugverbindung von Frankfurt am Main nach Mailand geben. Das sei so geplant, die nötigen Verträge aber noch nicht unterzeichnet, sagte Jedelhauser.

Für den mitteleuropäischen Nord-Süd-Korridor müssen in der Schweiz, Deutschland und Italien noch Bahntrassen gebaut werden. In der Schweiz ist das vor allem der Ceneri-Basistunnel im Tessin, der im Jahr 2020 den Abschnitt von Zürich nach Mailand komplettieren soll.

"In Deutschland sind die Planungen nicht erreicht worden, wir sind mit dem eigenen Zeitplan in Verzug", sagte der zuständige Ministerialdirigent im Bundesverkehrsministerium, Hugo Gratza. Der Aus- und Neubau der Strecke Karlsruhe-Basel auf vier Spuren verzögere sich voraussichtlich bis 2035. Grund dafür sei eine umfangreiche Neuplanung nach Einsprüchen von Anwohnern wegen des Lärmschutzes.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax schließt etwas leichter
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich auch am Freitag vorwiegend zurückgehalten. Wie schon während der vergangenen zwei Handelstage …
Dax schließt etwas leichter
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Rastatt/Berlin (dpa) - Der Einbruch der Bahn-Tunnelbaustelle in Rastatt und die folgende Sperrung der Rheintalbahn haben nach einer Studie einen volkswirtschaftlichen …
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
In vielen deutschen Städten werden hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Doch sind die Werte korrekt? Die EU sagt: ja. Die Verkehrsminister wollen die Messungen …
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren
Erfolg für die Deutsche Umwelthilfe: Das Kraftfahrtbundesamt muss Schriftverkehr mit VW im Zusammenhang mit der Rückrufaktion im Abgasskandal herausgeben. Das Amt hatte …
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren

Kommentare