Neue Beitrittsländer zur Europäischen Union hoffen auf Investitionen

- Bulgarien, Rumänien, Kroatien und die Türkei möchten in die Europäische Union. Rumänien und Bulgarien werden ab 1. Januar 2007 Mitglieder sein. Für das wirtschaftlich weit vorangeschrittene Kroatien hat sich die Aussicht verschlechtert: Die EU verschob den für 17. März geplanten Verhandlungsbeginn wegen unzureichender Zusammenarbeit mit dem UN-Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag auf unbestimmte Zeit. Ein Beitritt ist bis 2009 angestrebt. Die Verhandlungen mit der Türkei könnten nach vier Jahrzehnten Warten am 3. Oktober beginnen, der Beitritt wäre frühestens 2015.

<P class=MsoNormal>Rumänien</P><P class=MsoNormal>Das mit 22 Millionen Einwohnern und 237 500 Quadratkilometern größte der drei europäischen Beitrittsländer, Rumänien, importierte zuletzt für 3,5 Milliarden Euro Waren aus Deutschland. Die rumänischen Exporte nach Deutschland hatten dagegen nur einen Wert von 2,7 Milliarden Euro (Zahlenangaben vom Auswärtigen Amt). Deutschland ist für Rumänien wie für Kroatien der zweitwichtigste Handelspartner, für Bulgarien sogar der wichtigste. Direkte Auslandsinvestitionen erreichten in Rumänien 2004 rekordträchtige 4,1 Milliarden Euro, befördert auch durch die niedrigen Löhne. Das Durchschnittsbruttogehalt beträgt nur 170 Euro im Monat. 60 Prozent der Rumänen sind Bauern. Die Wirtschaft wuchs um geschätzte 8,3 Prozent, während die Inflation erstmals unter 10,0 Prozent sank. Mehr als 80 Prozent der Rumänen sind laut Umfragen für den EU-Beitritt. </P><P class=MsoNormal>Bulgarien </P><P class=MsoNormal>Bulgarien ist mit 110 994 km2 nur halb so groß wie der Nachbar Rumänien im Norden. 7,8 Millionen Einwohner zählt das Land. Die Einnahmen aus dem Tourismus stiegen 2004 auf mehr als 3,14 Milliarden Lewa (1,6 Milliarden Euro) und lagen damit um 20 Prozent höher als im Vorjahr. In den vergangenen Jahren hat Bulgarien ein Wirtschaftswachstum von über vier Prozent pro Jahr verzeichnet. Allein 2004 wurden dort 2 Milliarden Euro aus dem Ausland investiert. Das entspricht einem Drittel aller Investitionen auf dem Balkan im vergangenen Jahr. Die fünf größten Investoren in Bulgarien sind die Energieriesen Eon, EVN, CEZ, das US-Kommunikationsunternehmen Viva Ventures und der Glashersteller Sisecam aus der Türkei.</P><P class=MsoNormal>Ein staatlich angestellter Lehrer verdient durchschnittlich 283 Lewa (140 Euro) Gehalt im Monat, ein Arzt an einem staatlichen Krankenhaus höchstens 250 Euro. Nach Angaben der Gewerkschafts-Konföderation KNSB musste Ende 2004 ein Drittel aller Haushalte mit 150 Lewa pro Kopf im Monat auskommen.</P><P class=MsoNormal>Kroatien </P><P class=MsoNormal>Kleinster Beitrittskandidat ist Kroatien (55 538 km2). Dabei sind die 4,4 Millionen Kroaten mit einem mehr als doppelt so hohen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf deutlich wohlhabender als die Rumänen und Bulgaren.</P><P class=MsoNormal>Schon heute werden mehr als 55 Prozent des Außenhandels mit EU-Ländern abgewickelt. Die wichtigsten Partner sind Italien, Deutschland und Österreich. Knapp 240 000 Kroaten leben in Deutschland. Sie sollen bewegt werden, ihre Ersparnisse in die dann aufblühende Wirtschaft zu stecken.</P><P class=MsoNormal>Nachdem das Land seinen Nationalismus eingedämmt und dadurch die internationale Isolation überwunden hatte, haben die ausländischen Investitionen drastisch zugenommen: Von 114 Millionen Dollar 1995 auf über eine Milliarde Dollar 2004. Die Hälfte dieses Geldes stammt aus Österreich und Deutschland. Der Fremdenverkehr ist der Boom-Sektor schlechthin und steuert schon heute 22 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Zum Vergleich: Die Industrie schafft nur 18 Prozent. Mehr als neun Millionen Urlauber, davon 1,5 Millionen Deutsche, haben im letzten Jahr Kroatien besucht.</P>

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