Das neue Bild der HVB kommt an der Börse gut an

- München - Die HypoVereinsbank hat ihr Gewerbeimmobilien-Geschäft erfolgreich an die Börse gebracht. Mit der Abspaltung der Hypo Real Estate sei der Konzern bei seinem radikalen Umbau jetzt auf der Zielgeraden angekommen, sagte HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl. Das Geschäft hat sich bislang auch für die Aktionäre gelohnt. Sie konnten sich über einen deutlichen Vermögenszuwachs freuen.

<P>Die bisherige HVB-Gewerbeimmobilientochter Hypo Real Estate (HRE) startete beim ersten Börsengang in Deutschland in diesem Jahr mit Kursen von gut 11 Euro und konnte im Lauf des Tages zeitweise auf 12 Euro zulegen. Die HypoVereinsbank-Aktie brach wegen der Abspaltung um zeitweise gut 11 Prozent auf 14,60 Euro ein. Für die HVB-Aktionäre lohnte sich die Transaktion trotzdem. Sie hatten für vier HypoVereinsbank-Aktien einen Anteilsschein der neuen Hypo Real Estate Holding AG erhalten und lagen so insgesamt verglichen mit dem Schlusskurs der alten HypoVereinsbank vom Freitag im Plus. Ein Anleger, der vier HVB-Aktien besaß, verfügte zu Freitagsschlusskursen über ein Vermögen von 65,64 Euro. Gestern erhielt er eine Hypo-Real-Estate-Aktie dazu und hatte über 70 Euro.</P><P>Die HypoVereinsbank will sich mit der Aufspaltung gesund schrumpfen. "Beim Abbau der Risikoaktiva und der Stärkung unserer Kapitalbasis haben wir bereits erhebliche Fortschritte erzielt", sagte Rampl nach der Aufspaltung. Die neue, kleinere HypoVereinsbank habe zudem ihre Ertragskraft in den vergangenen Monaten erheblich verbessert. "Wir sind zuversichtlich, dieses positive Momentum in den nächsten Monaten aufrechterhalten zu können." Die HVB hatte im vergangenen Jahr den ersten Verlust in der Firmengeschichte gemacht.</P><P>Wegen der Aufspaltung ist künftig die Position der HypoVereinsbank als nach Börsenwert zweitgrößte deutsche Bank in Gefahr. Auch nach der Umstrukturierung hatten die Münchner aber mit einer Marktkapitalisierung von zeitweise 7,8 Milliarden Euro weiterhin die Nase vorn vor der Commerzbank, die auf rund 7,6 Milliarden Euro kam. Ein Commerzbank-Sprecher sagte, es sei klar gewesen, dass es knapp würde. Aktienkurse seien aber stark schwankend. Daher wollten beide Banken der Frage nach der Rangfolge nicht zu viel Bedeutung beimessen. Interessant dürfte die Frage, wer mehr Börsengewicht auf die Waage bringt, nach Einschätzung von Experten ohnehin erst werden, wenn HVB und Commerzbank eines Tages einmal über eine mögliche Fusion reden sollten.</P><P>Darüber wird seit Jahren spekuliert. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Commerzbank bei einem Zusammenschluss die Rolle des Junior-Partners zufallen würde.</P><P>Die HypoVereinsbank- und die HRE-Aktie hielten sich besser, als viele Experten erwartet hatten. Da die HVB-Aktionäre die Anteile an der neuen Immobilienbank ins Depot gebucht bekamen, ob sie wollten oder nicht, war mit starkem Verkaufsdruck gerechnet worden. Allerdings hatte sich die Münchener Rück am Donnerstag überraschend bereits vor dem Börsengang von ihrer 25,7-Prozent-Beteiligung an der Hypo Real Estate getrennt und so für Entlastung gesorgt.</P>

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