Elektroverband

Neue Energie-Label für Haushaltsgeräte angekündigt

Frankfurt/Berlin - In einem Punkt herrscht Einigkeit zwischen Verbraucherschützern und Elektroindustrie: Die oft unübersichtlichen Öko-Labels für Hausgeräte sollen vereinfacht werden. Aber wäre auch eine einheitliche Energie-Kennzeichnung für die gesamte „weiße Ware“ sinnvoll?

Die für Verbraucher teils verwirrenden Energie-Label verschiedener Haushaltsgeräte müssen auch aus Sicht der Hersteller vereinfacht werden. Eine einheitliche Kennzeichnung über alle Geräteklassen hinweg hält die Industrie jedoch für schwierig.

„Es ist völlig klar, dass eine Revision kommen muss - dass wir es so gestalten, dass der Kunde die Angaben gut versteht“, sagte Werner Scholz, Geschäftsführer der zuständigen Fachsparte im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der Deutschen Presse-Agentur. Man rede darüber mit dem Handel sowie mit Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden schon länger, Studien würden analysiert.

Eine Skala, die für sämtliche Produktarten gelte, sei allerdings kaum realistisch. Denn die technische Entwicklung etwa bei Waschmaschinen, Herden oder Staubsaugern sei völlig unterschiedlich: Deren Stromverbrauch lasse sich im Einzelnen nicht sinnvoll vergleichen.

„Wir haben da noch Gesprächsbedarf“, sagte Scholz mit Blick auf bevorstehende Beratungen zum Thema in der kommenden Woche. Aus Sicht von Verbraucherschützern ist der Energiebedarf von Haushaltsgeräten mit der derzeitigen Kennzeichnungspraxis nur schwer einzuschätzen.

Die Einteilung in die Effizienzklassen „A+++“ bis „G“ sei nicht so eindeutig, wie es die verwendete Farbskala nahelege, kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv. „Galt früher Klasse „A“ als guter Tipp, ist diese Kennzeichnung heute nicht mehr viel wert“, sagte Verbandschef Klaus Müller. Inzwischen gebe es die Zusatznoten „A+++“, „A++“ und „A+“ für die sparsamsten Modelle.

Dass die Vielzahl solcher Kategorien die Käufer zuweilen vor Rätsel stelle, räumte auch Industrievertreter Scholz ein. Es gebe aber zwei Schwierigkeiten mit der Forderung, möglichst rasch einen Komplettstandard zu entwickeln.

„Für einen Übergangszeitraum wird der Verbraucher beide Labels - das alte und das neue - auf dem Gerät sehen“, sagte Scholz. Gravierender sei das Problem der Vergleichbarkeit einfacher numerischer Skalen über alle Geräte hinweg. „Als Verbraucher vergleiche ich aber ja Staubsauger mit Staubsauger und Waschmaschine mit Waschmaschine - nicht einen Staubsauger mit einer Waschmaschine.“

Der vzbv hatte moniert, es fehle eine in sich geschlossene Effizienzskala für alle Gerätearten. Er fordert zudem eine Rückkehr zum ursprünglichen System mit einer einfachen Skala von „A“ bis „G“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Neuer Paukenschlag in der Abgasaffäre: Audi-Chef Rupert Stadler wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Vergangene Woche war bereits sein Haus durchsucht …
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Staatsanwaltschaft nennt Gründe
Google startet neuen Musik-Streamingdienst: YouTube Music auch in Deutschland
YouTube ist die populärste Videoplattform. Google will darauf aufbauen, um mit einem neuen Musik-Streamingdienst Spotify und Apple Music Konkurrenz zu machen.
Google startet neuen Musik-Streamingdienst: YouTube Music auch in Deutschland
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Im Abgasskandal bekommt Audi-Chef Stadler die harte Hand der Justiz zu spüren. Wegen Verdunkelungsgefahr nahmen Ermittler ihn in U-Haft. Ein vorläufiger Nachfolger steht …
Audi-Chef Stadler unter Betrugsverdacht verhaftet
Leichter Preisrückgang bei Strom und Gas im ersten Halbjahr
Heidelberg/München (dpa) - Strom und Gas für Haushaltskunden sind im ersten Halbjahr 2018 etwas billiger geworden. Der Preis sank nach Angaben der Vergleichsportale …
Leichter Preisrückgang bei Strom und Gas im ersten Halbjahr

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.