Unwetterwarnung für München und das Umland 

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Die meisten Verbraucher lehnen Legebatterien für die Eierproduktion ab. Doch was als sorgfältig ausgewähltes Frühstücksei auf den Tisch kommt, macht nur einen Bruchteil des gesamten Eierverbrauchs aus. Die meisten Eier landen in industriell erzeugten Lebensmitteln wie Teigwaren oder Mayonnaise. Foto: dapd

Neue EU-Verordnung: Streit um Hennen und Eier

München - Ab 1. Januar 2012 sollen die Legehennen in der EU ein etwas angenehmeres Leben haben. Mini-Käfige werden verboten, jedes Huhn bekommt mindesten 550 Quadratzentimeter Platz. Deutschland hält sich längst an die EU-Vorgaben, andere Länder wie etwa Polen oder Frankreich nicht.

Es wächst die Sorge vor illegaler Billigkonkurrenz.

„Ich wollt ich wär ein Huhn . . . Ich legte jeden Tag ein Ei und sonntags auch mal zwei!“ Schön wär’s für ein Huhn im Massenbetrieb. Schließlich legt es gezwungenermaßen Eier im Akkord. Vielleicht lebt es in Polen, wo alleine auf einer Farm täglich fünf Millionen Eier produziert werden. 60 Prozent davon gehen in den Export.

Was sich ab

2012 ändern soll

Mit viel Glück wird sich das in Zukunft ändern. Denn nicht nur Polen hat noch Käfige des alten Typs, also nicht ausgestaltete Hühnerkäfige. Das klingt gemütlich, bedeutet aber letztlich nur etwas mehr Lebensraum, Nester oder Sitzstangen, die den biologischen und verhaltensspezifischen Bedürfnissen der Tiere besser gerecht werden. Im Endeffekt geht es um weniger Platz als ein DIN-A4-Blatt Papier.

Nur diese Art der Hühnerwohnung soll es ab 1. Januar 2012 noch geben - geeinigt hatte sich die EU bereits 1999 auf das Verbot der konventionellen Käfighaltung. Deutschland, Luxemburg, Österreich und Schweden haben die Vorschriften bis heute umgesetzt, teilweise sogar übererfüllt. In anderen EU-Staaten verläuft die Sache äußerst schleppend, trotz wiederholter, eindringlicher Appelle der Kommission. Selbst die finanzielle Unterstützung aus den Fonds für ländliche Entwicklung, die für die Modernisierung der Haltesysteme in Anspruch genommen werden können, lockt nicht. „Es wird Vertragsbruchverfahren gegen die Länder geben, die sich nicht an die Richtlinie halten“, droht EU-Kommissar John Dalli schon mal vorab. Die Frist für die Umstellung werde auch nicht verlängert. Deutsche Bauern fürchten einen wachsenden Wettbewerbsnachteil, wenn ihre EU-Konkurrenten ab 2012 weiter die dann illegalen Eier verkaufen. Aus EU-Kreisen heißt es, mindestens zehn der 27 EU-Mitglieder werden auch danach Hennen in den kleinen konventionellen Käfigen halten.

Heute werden EU-weit noch 40 Prozent der Legehennen in alten Käfigen gehalten, neben Polen auch in Frankreich und Italien, Belgien, Portugal und Ungarn. Sie warten auf eine Ausnahmeregelung aus Brüssel.

Wo die vielen

Billigeier landen

Über acht Milliarden Eier importierte Deutschland 2010 aus anderen EU-Ländern, vornehmlich aus Polen. Zum größten Teil nutzen Lebensmittelindustrie und Großverbraucher das Angebot aus den Eierfabriken. Schließlich wollen deutsche Verbraucher Teigwaren, Feinkost, Mayonnaise, Fertiggerichte, Panaden, Gebäck, Kuchen, Süßspeisen und so weiter verzehren, die allesamt mit Hilfe von Ei, Eipulver oder Flüssigei hergestellt werden.

Das klassische Frühstücksei macht nur einen Bruchteil der verbrauchten Eier aus. Fragt sich nur, was tun, um den gigantischen Eierverbrauch zu reduzieren? Der erste Schritt könnte der Umstieg zu eifreien Teigwaren sein, Fertiggerichte mit Ei einschränken, auf Mayonnaise weitgehend verzichten, Kuchen mit Eiern von „zufriedenen“ Hühnern backen.

Kennzeichnung

hilft beim Einkauf

Die lassen sich anhand der klaren Kennzeichnung ausfindig machen, die sowohl auf dem Ei als auch auf der Verpackung zu finden ist: Der Code auf dem Ei gibt Aufschluss darüber, wo und wie die Henne gelebt hat. In allen Ländern der Europäischen Union ist eine einheitliche Kennzeichnung der Eier vorgeschrieben. Die erste Ziffer auf dem Code zeigt die Haltungsform.

-0 steht für ökologische Haltung

-1 = Freilandhaltung

-2 = Bodenhaltung

-3 = Kleingruppenhaltung

Die folgenden Buchstaben geben Auskunft über das Herkunftsland. DE steht für Deutschland. Weitere Informationen rund ums Ei sind über www.verbraucherzentrale-bayern.de/downloads im Internet abrufbar.

Was für

Bio-Eier gilt

Für Eier aus biologischer Haltung gelten EU-weit besondere Anforderungen. Es dürfen maximal sechs Tiere pro Quadratmeter im Stall sein. Jeder Henne stehen zusätzlich vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung. Das Futter besteht vorwiegend aus Getreide und Mais, beides aus ökologischer Erzeugung. Antibiotika, gentechnisch verändertes Futter sowie Fischmehl ist verboten. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum muss grundsätzlich angegeben werden. Zieht man von diesem Datum 28 Tage ab, erhält man das Datum des Legetages.

Braun oder weiß ist Geschmackssache

Wer glaubt, dass braune Eier gesünder sind und besser schmecken als weiße, der irrt. Die Farbe der Schale hat weder etwas mit dem Geschmack noch mit dem Inhalt zu tun. Braune Eier kommen auch nicht von braungefiederten Hühnern. Entscheidend für die Eifarbe ist die Geflügelrasse und die Farbe der Ohrscheiben, der Hautlappen unter dem Ohr des Huhns. Sind sie rot, legt das Huhn braune Eier, sind sie weiß, sind auch die Eier weiß. Die eingelagerten Farbstoffe machen die Schale der braunen Eier etwas robuster.

Wie man Eier lagert und zubereitet

Eier können mit Keimen wie Salmonellen belastet sein. Um sich zu schützen, ist der Kühlschrank der beste Aufbewahrungsort. Eier sollte man nie waschen, weil dann die natürliche Schutzschicht angegriffen wird und Bakterien leichter eindringen können. Je älter die Eier, desto größer ist die Salmonellengefahr. Ältere Eier sollten deshalb immer durchgegart werden. Wenn das Eigelb geronnen ist, besteht keine Salmonellengefahr mehr. Deshalb sollten im Zweifelsfall Spiegeleier lieber beidseitig gebraten werden. Winzige rote oder braune Flecken im Dotter oder Eiklar sind übrigens kein Grund zur Panik. Sie entstehen, wenn eines der Blutgefäße, die die Dotterkugel im Eierstock umschließen, platzt oder wenn sich feine Gewebepartikel aus dem Eileiter lösen. Doppeldotter werden häufig von Junghennen produziert, die noch am Anfang ihrer Legekarriere stehen. Ihr Hormonhaushalt spielt sich oft zögerlich ein. So reifen zwei Dotter gleichzeitig heran. Da Eier nach Gewichtsklassen sortiert werden, kommt es durchaus vor, dass sich ausschließlich Eier mit Doppeldottern in einer Packung finden. Eier mit besonders intensiv gelben oder orangefarbigen Dottern sind nicht gesünder als Eier mit blassen Dottern. Ein hoher Mais- und Carotinanteil im Futter führt zu einer kräftigeren Dotterfärbung.

Rühreier werden lockerer, wenn pro Ei ein Esslöffel kohlensäurehaltiges Mineralwasser zugegeben wird. Zwei Eier pro Person sollten genügen. Mit in Scheiben geschnittenen gekochten Kartoffeln und gedünsteten Zwiebeln oder vorgegartem Gemüse, Tomatenscheiben, Kräutern oder gewürfeltem Schafskäse oder Schinken wird jedes Rührei zum interessanten Minutengericht.

Heidrun Schubert*

*Heidrun Schubert ist Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern

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